Zwei tolle Stücke und ein tolles Team

800 Besucher am Tag der offene Bühne des Theaters im Steinbruch

Zum Tag der Offenen Bühne des Theaters im Steinbruch kamen am Sonntag gut 800 Besucher, um einen Blick hinter den Kulissen zu werfen. Zudem gab es ein musikalisches Rahmenprogramm mit einer Auswahl der Stadtmusik. Im Mittelpunkt standen natürlich die beiden Theaterstücke in dieser Saison.

Das sind „Die drei Musketiere“, ein Abenteuerstück nach Alexandre Dumas père in der Regie von Benedikt Bachert, und das Kindertheaterstück „Timm Thaler … oder das verkaufte Lachen“ von James Krüss in Regie von Simone Allweyer. „Es sind zwei tolle Stücke“, verspricht Hans-Joachim Wipfler, Vorsitzender des Vereins Theater im Steinbruch, den Besuchern. „Bei den drei Musketieren gibt es filmreife Kampfszenen, zwölf Personen, die miteinander kämpfen. Die Fechtdarbietungen sind einstudiert, auch die Choreografie stimmt. Auch das Kindertheaterstück ist feinsinnig, lustig und gut gemacht“, so Hans-Joachim Wipfler, der auch insbesondere die Leistungen der Kinder beim Theaterspielen hervorhebt. „Die Kinder sind dabei authentisch.“ An den beiden Theaterstücken sind zwei Ensembles tätig, „die sich reinbringen“. Auch der Probenaufwand sei immens gewesen, doch sind alle Schauspieler mit Begeisterung dabei.

Nicht nur hinsichtlich der Stücke sieht Hans-Joachim Wipfler das Theater im Steinbruch auf einen guten Weg. Zudem gebe es über 400 Mitglieder, wobei der Verein, auch was Jüngere betrifft, immensen Zuwachs habe. „Auch das Gelände wird immer professioneller.“ Es gibt auch ein Mitglied, das sich um die Blumen und Pflanzen kümmert.

Clemens Allweyer führt die Besucher über das ganze Gelände. Zunächst geht es in den Multifunktionsraum am Eingang, in dem Kostüme genäht, ausgebessert oder in der Größe angepasst werden. Für die Kinderkostüme ist Karin Sulzberger zuständig. „Ich mache dies seit zehn oder fünfzehn Jahren.“ Sie näht gerade an ein gelbes Häubchen für eine Zofe. Dieses Häubchen muss bis zur öffentlichen Probe von Timm Thaler fertig sein. Was für Kostüme in Frage kommen, was geht und was nicht, bespricht Karin Sulzberger mit der Regie. Die Kostüme für die Erwachsenenstücke stammen dagegen vom Kostümverleih aus Ötigheim bei Rastatt.

Neues Gebäude werden künftig die Räume, die bisher von der Trachtengruppe Niederemmendingen benutzt wurden. Neben einer Küche gibt es noch einen großen Raum, der auch für kleinere Proben dienen kann. Allerdings müssen eine neue Heizungsanlage und neue Fenster eingebaut werden, da bisher dort nur ein Holzofen steht. Allweyer führt die Besucher durch die weitläufige Anlage und weist, ganz in seiner Rolle, in gebrochenem Deutsch auf einstige Requisiten hin, wie einen Brunnen, der aus dem „Weißen Rössl“ stammt, oder auf die Uhren und den Safe aus dem Kindertheaterstück „Momo“ von 2017. Seitlich hinter der Zuschauertribüne steht das alte Gebäude, in dem sich die erwachsenen Schauspieler umkleiden. „Das Prachtstück will einfach nicht kaputtgehen.“ Aber auch dieses Gebäude wird durch ein neues ersetzt werden.

Schließlich bekommen die Besucher noch einen Blick hinter den Kulissen, etwa in die Werkstatt , in der alles beschriftet ist, „damit man weiß, wo es hinkommt, wenn etwas benutzt wird.“ Für die Schauspieler gibt es eigene Lautsprecher. Wenn Musik eingespielt wird, ist es das Signal für den jeweiligen Akteur: „Wir sind dran.“ Allweyer erklärt auch die Kulisse, die für beide Theaterstücke benutzt wird. Bei den drei Musketieren ist es ein Pariser Stadtschloss aus dem Jahr 1629 und bei Timm Thaler auch der Hamburger Hauptbahnhof. Schließlich verrät Allweyer noch, dass hier im Steinbruch keine Steine gebrochen, sondern Lehm abgetragen wurde. Der Name Theater im Steinbruch klinge aber besser als Theater im Lehmloch.