Virtuelle Tickets können helfen
Theater im Steinbruch muss den Totalausfall der Saison verkraften
Derzeit dürfen die Mitglieder des Vereins „Theater im Steinbruch“ nicht zusammen proben und auch die geplanten Sommerstücke können nicht aufgeführt werden. Die Corona-Krise hat alle Planungen über den Haufe geworfen. Doch Not macht bekanntlich erfinderisch. Die Lage schilderten die beiden Vorstände des Vereins bei einer Pressekonferenz – natürlich in gebührendem Abstand.
So wurden kurzerhand die Titel der vorgesehenen Stücke an die Coronakrise angepasst und heißen nun „Robin Antivirood“ und „Coroneo und Julia“. Virtuelle Tickets zur Unterstützung des Vereins sind unter den abgeänderten Titeln auf der Homepage www.theater-im-steinbruch.de zu erwerben. Um es vorneweg klarzustellen: Die geplanten Stücke werden auch nicht unter den neuen Namen zur Aufführung kommen.
Im Pressegespräch informierten Vorsitzender Hans-Joachim Wipfler und Stellvertreterin Jasmin Baumgratz, dass für Laienspielgruppen im Gegensatz zu den Profis (1. Juni) noch keine Probenarbeit erlaubt sei. Wir sind voll motiviert und bereits im November 2019 in die neue Saison gestartet. Noch am 7./8. März fand für beide Sommerstücke ein Probenwochenende in Tennenbronn statt“, so Wipfler. Kaum eine Woche später sei für Probe und alle anderen vorbereitenden Arbeiten das abrupte Ende gekommen. Plakate und Flyer, die bereits fertiggestellt waren, würden eingestampft. Kostüme und Kulissen würden nun für die Saison im nächsten Jahr weiter vorbereitet, in der Hoffnung, dass das Ensemble des Verein treu bliebe.
Rund 20.000 bis 25.000 Euro seien für die Anschubfinanzierung pro Saison noch für den Premieren zu stemmen. Nach Aussage Wipflers versprechen gutes Wirtschaften, Mitgliedsbeiträge und nicht zurückgeforderte, bereits im Vorverkauf erworbene Tickets sowie reduzierte Stromkosten der Stadtwerke und Unterstützung durch die Stadt einen Lichtblick in die Saison 2021. Dennoch müsse man auch dazu die Anschubfinanzierung in der Kasse haben. Daraus ist die Idee des virtuellen Ticketverkaufs entstanden, erläuterte Vorstandskollegin Baumgratz. Die normalen Eintrittspreise dienen als Spende für den Verein, damit dieser den Totalausfall kompensieren und im kommenden Jahr die Stücke nachliefern kann. Denn staatliche Unterstützung sind für Amateur- und Freilichtbühnen nicht zu erwarten. Turnusmäßig sei für dieses Jahr auch wieder ein Winterstück im November/Dezember geplant. Doch alles hänge von der Erlaubnis zum Beginn von Proben ab, schildern die Vereinsvorstände die derzeitige Situation.
Eigentlich sei die spielfreie Zeit für den Neubau der Garderoben und Sanitäranlagen voll auszunutzen gewesen. Doch auch hier gelten Einschränkungen für die Anzahl der Handwerker, die derzeit dringendere Projekte bevorzugten, sodass der Fertigstellungstermin ebenso nach hinten verschoben worden sei, erläutern Wipfler und Baumgratz bei einem Rundgang. Die Finanzierung der rund 380.000 Euro für den Holzbau, der sich grün angestrichen bestens in die Umgebung einpasst, sei gesichert und erfülle einen langgehegten Wunsch, die Umkleidesituation der Schauspieler zu verbessern. Diese ständen in den Startlöchern, sobald die Einschränkungen auch für das Freilichttheater gelockert würden und seien voller Ideen für kurzfristig anzusetzende Vorführungen, so das Schlusswort der Vorstände zum Pressegespräch.