Vier Musketiere und ein Kardinal

Gefeierte Premiere im Theater im Steinbruch

Nach einer Theater-Premiere, zumal unter freiem Himmel, soll natürlich nicht zu viel verraten werden, aber so viel sei gesagt: Es lohnt sich! Da waren sich der Verfasser und das vor Begeisterung mit den Füßen stampfende Publikum im Theater im Steinbruch einig.

Die Inszenierung von Benedikt Bachert ist nicht nur gelungen, sondern zeigt phasenweise in der Choreographie der Fechtszenen geradezu musikalische Züge und profitiert von einer in ihrer Großzügigkeit bespielten Freilichtbühne vor dem Steinbruch. Dort sind ein Gasthaus, das Königsschloss mit Residenzen der Exzellenzen (Jasmin Baumgratz als König Louis XIII., Franziska Bosch als seine Frau und Königin von Österreich) und Kardinal Richelieu (ein entschlossen-gewiefter Christian Fuhrman) hinter einer großen Freitreppe zu sehen, die genauso wie der Platz davor und das Heim des Käsehändlers (Michael Schäfer als feiger Bonacieux, Juliana Bachert als seine liebestolle Frau Constance) abwechselnd ins Rampenlicht geraten.

Die eigentlichen Hauptdarsteller sind natürlich die Musketiere (Lorenz Allweyer, Johannes Wipfler, Lukas Kadlec) und vor allem der dazu kommende d’Artagnan (leichtfüßig und bei den Frauen beliebt: Leonardo Lukanow), dem die Rolle als fechtender Rettungsengel gut steht.

Letztendlich setzt er sich und damit das Königshaus gegen den kriegstreiberischen Kardinal durch, spannend sind dabei die schnellen Szenenwechsel und die intrigante Geschichte, die von Lady deWinter (Silvia Gschwendtner) und ihrer Zofe (Felicia Hess in einer gut gespielten Nebenrolle) transportiert wird. Mit drei Göttinnen und den Mantel- und Degen-Helden der Garde des Kardinals bekommt die Szenenfolge Tempo und bleibt doch nicht in Einzelaktionen stecken, sondern lässt ein lebendiges Theater-Bild der Zeit um 1626 mit einigen Höhepunkten entstehen. Dazu tragen auch die passende musikalische Kulisse und die Schauspieler mit insgesamt überdurchschnittlichen, ausdrucksstarken Leistungen bei.