Verfolgungsjagd im schottischen Moor
Das Winterstück des Theaters im Steinbruch „Die 39 Stufen“ feiert am Freitag Premiere
Das Theater im Steinbruch führt Alfred Hitchcocks „Die 39 Stufen“ nach einer Bearbeitung von Patrick Barlow auf. Die Premiere des Winterstücks ist am 25. Januar. Dafür probt das Theaterensemble unter der Regie von Simone Allweyer derzeit jeden Abend.
„Die 39 Stufen” ist eine Krimikomödie mit einer Verfolgungsjagd quer durch Schottland und England. Bereits im Winter 2017 spielte das Ensemble dieses Stück. Der schottische Schriftsteller John Buchan schrieb das zu Grunde liegende Buch 1915 und ließ die Verschwörungs- und Mordgeschichte in London beginnen und in Schottland enden. Alfred Hitchcocks Verfilmung des Buches aus dem Jahre 1935 gilt als einer der ersten Actionfilme der Geschichte.
Mit viel Action, aber auch mit viel Humor begeistert auch die Bühnenfassung von Patrick Barlow nach einem Originalkonzept von Simon Corble und Nobby Dimon aus dem Jahre 2005, die unter anderem als Best Comedy mit dem Laurence Olivier Award ausgezeichnet wurde.
Die Geschichte folgt bekannten Hitchcock-Mustern: Der vom Leben gelangweilte Richard Hannay wird durch Zufall in eine Spionageaffäre verwickelt. Nach dem Fund einer Leiche in seiner Londoner Wohnung gerät er unschuldig unter Mordverdacht und muss nun herausfinden, was sich hinter den mysteriösen 39 Stufen verbirgt, um sowohl seinen eigenen Hals zu retten als auch die Bedrohung für sein Land abzuwehren. Hannay flieht nach Schottland, um selbst den Mordfall aufzuklären und seine Unschuld zu beweisen. Im Zug nach Schottland begegnet er der schönen Pamela, die ungewollt in den Fall verwickelt wird. Gemeinsam mit ihr flieht er und landet schließlich in den verregneten Highlands in der Pension des Ehepaares McGarrigle. Der Szenenwechsel nach Schottland wird musikalisch und optisch mit Dudelsackmusik und Kiltträgern eingeleitet.
Nur vier Schauspieler bestreiten die gesamte Aufführung und spielen dabei in weit mehr als 39 verschiedenen Rollen. Die männliche Hauptperson Richard Hannay (Michael Schäfer) bleibt, während Jasmin Baumgratz, sein weiblicher Gegenpart, die drei weiblichen Rollen Annabella Schmidt, Pamela und Margret spielen wird. Alle anderen Rollen – egal ob weibliche oder männliche – werden von Gunter Hauß und Hans Bürkin verkörpert. In einer Szene wechseln die beiden zwischen bis zu fünf Rollen hin und her und der Wechsel vollzieht sich zum Teil in Sekundenschnelle.
Für Liveakustik und Ton- und Musikeinspielungen sorgen Pascal Jessen und Barbara Seyfarth. Die Akustiker werden links auf der Bühne sitzen und mit verschiedenen Hilfsmitteln oder ihrer Stimme Geräusche erzeugen. Sie simulieren rund 50 Geräusche wie zum Beispiel Donner mit einem Blech, das geschüttelt wird, und spielen auch Stücke wie die inoffizielle schottische Nationalhymne „Scotland the brave“ auf der Blockflöte.
Das Stück macht sehr viele Schauplätze und Szenenwechsel notwendig und es braucht sehr viele verschiebbare Requisiten. Stühle dienen als Autositze, eine Leiter als Berg und ein Duschvorhang als Wasserfall. Eine wichtige Aufgabe haben daher Cecile Reif und Rebecca Schneider hinter der Bühne. Sie sind dafür zuständig, dass alles zur richtigen Zeit auf der Bühne bereitsteht. Bei der Regie wird Allweyer von Ina Kreis und Rebecca Willmes unterstützt.
„Die Besucher erwartet eine sehr flotte, lustige und energiegeladene Komödie und Schauspieler, die in viele verschiedene Rollen schlüpfen“, erklärt Simone Allweyer. „Das Stück lebt vom Timing und von den vielen Requisiten. Das ist das Winterstück mit den meisten Requisiten“, so die Regisseurin. „Für die Helferinnen hinter der Bühne gibt es viel zu tun und sie machen das wirklich toll. Aber auch die Schauspieler betreiben mit den ständigen Rollenwechseln Leistungssport auf der Bühne“, lobt sie. Wer wissen möchte, ob es Hannay gelingt, den Fall zu lösen, was aus ihm und Pamela wird und was hinter den 39 Stufen steckt, darf sich das Stück nicht entgehen lassen.