Großer Auftritt für junge Ritter
Premiere im Theater im Steinbruch
Nach der Begrüßung durch Hans-Joachim Wipfler und die Hachberger Herolde begann vor toller Kulisse und bei schönstem Wetter am Sonntag die Premiere von „Der kleine Ritter Trenk“. Die „Geschichte ohne Furcht und Tadel“ von Kirsten Boie erwies sich schnell als geniales Stück, dazu noch in einer Inszenierung, die Jung und Alt begeisterte.
Cornelis Huber als Bauernjunge Trenk Tausendschlag mit Ferkelchen (Layla Jessen), dem Gaukler (Nico Brill), seinem Gefährten (Michel Köllermann), den erzählenden Gauklern (Helena Huber und Pascal Jessen) und allen 43 Darstellern gelingt fast ein Wunder: Leicht und doch mit Tiefgang lassen sie den Weg des Bauernjungen, der sich aus der Leibeigenschaft befreien will, lebendig werden. Seine Familie kann unter der Leibeigenschaft kaum überleben, dann hörte er, dass jeder, der mehr als ein Jahr von der Grundherrschaft nicht gefunden wird, frei ist. Er macht sich auf den Weg ins Städtchen und will Ritter werden.
Unterwegs trifft er (äußerst hilfreiche) Gaukler, Ritter, Fürst und Hofdamen, er erlebt eine Tierhypnose, begegnet dem Drachen, den Köhlern und dem ganzen Marktvolk des Mittelalters. Die meisten jungen Leser kennen die Bestseller von Kirsten Boie, deren Botschaft in mehreren Ebenen sehr modern erzählt wird. Ein tolles Spektakel nimmt seinen Lauf: Feuerschlucker, Drachengefahr, Angriff auf die Burg – dieses in Zeitlupe darzustellen, ist nur eines von vielen guten Inszenierungsmomenten. Sein eigenes Gefangensein zu durchbrechen und entschlossen die Freiheit zu suchen war nicht nur im Mittelalter gefährlich, das Thema ist auch heute aktuell. Am Ende hat Trenk einen Wunsch frei und erhält für alle Leibeigenen die Freiheit. „Inzwischen kommen viele Erwachsene auch ohne Kinder, die Stimmung ist bestens“, so Regisseur Benedikt Bachert.
Es ist ihm gelungen, das Stück mit Bravour, Schwung, guten Übergängen und Massenszenen auf die große Fläche der Freilichtbühne zu zaubern.