Mit Spielfreude auf Verbrecherjagd

Bei der Premiere von „Emil und die Detektive“ hatten Darsteller und Zuschauer trotz Regenschauer ihren Spaß

Das Theater im Steinbruch war nicht ganz ausverkauft, weil einige wegen der trüben Wetteraussichten abgesagt hatten. „Die Kinder waren aber heiß auf das Stück. Sie hätten bei jedem Wetter gespielt“, sagt der Vorsitzende Hans-Joachim Wipfler bei seiner Ansage zur Premiere des Klassikers „Emil und die Detektive“ nach dem Roman von Erich Kästner. „Und sie wollen zeigen, was sie drauf haben.“ Und davon zeigten sie jede Menge bei der Premiere. Das Kindertheaterstück ist rasant. Es ist Tempo im Spiel, aber auch viel Wortwitz. Den 31 Darstellern im Alter zwischen acht und zweiundzwanzig merkt man den Spaß deutlich an. Auch das Publikum ist begeistert. Vor allem sind auch die vielen jüngeren Zuschauer ruhig und verfolgen gebannt die Aufführung. Ein gutes Zeichen, dass das Theaterstück unter der Regie des erst 23-jährigen Regisseurs Benedikt Bachert auch bei den jüngsten Zuschauern sehr gut ankommt, aber auch bei den Erwachsenen.

Angesiedelt ist das Theaterstück in den zwanziger Jahren in Berlin und Neustadt, aus dem Emil Tischbein herkommt und mit 140 Mark in der Tasche, die er seiner Großmutter in Berlin überbringen muss. Natürlich hätte Emil, hervorragend gespielt von den beiden Darstellern Nico Brill und Raphael Müller-Bütow, selbst gerne etwas von dem Geld. „Es ist immer gut, wenn man ein paar Mark in der Tasche hat.“ Seine Mutter (Larissa Göppert) ermahnt Emil und setzt ihn in den Zug nach Berlin. Emil ist schick gekleidet mit weißem Hemd und reist in erster Klasse und wird während der Fahrt nach Berlin von einem Dieb, der sich als Herr Grundeis (Johannes Wipfler) ausgibt, bestohlen. Emil bemerkt dies und anstatt zu seiner Oma zu fahren, steigt er am Bahnhof Zoo aus und macht sich auf die Verfolgung des Diebes. Unterwegs trifft er auf den in einfachen Knickerbocker gekleideten Gustav, glänzend gespielt von Lorenz Allweyer, der Emil erst anpöbelt und zu einem Zweikampf auffordert.

Doch Emil hat dafür keine Zeit. Und allmählich gewinnt er die Freundschaft von Gustav und erzählt vom Diebstahl im Zug und dass der Dieb sich in Berlin befinden muss. Gustav holt seine Freunde herbei, die Detektive: Professor (Nils Köllermann), Bleuer (Karin Seyfarth), Gerold (Michel Köllermann), Krumbiegel (Ben Leser), Mittenzwey (Lukas Bürgin), Mittendrei (Rio Leser), Kleine Montag (Emilia Turinsky) sowie Kleiner Dienstag (Cornelis Huber). Nun beginnt ein spannendes, aber auch witziges Katz-und-Maus-Spiel, bei dem sofort klar ist: „Wir müssen sofort was tun.“ „Aber was?“, lautet die ernüchternde Gegenfrage. Mit viel Spielwitz und Spielfreude aller Darsteller wollen sie den Dieb gemeinsam finden.

Immer präsent im ganzen Stück, aber stets am Rande des Geschehens ist die Erzählerin mit Frack und Zylinder Murielle Meier. Sie spielt Drehorgel, möchte gerne in das Geschehen eingreifen, kann aber nicht. Sie erzählt aber über Berlin und gibt dem ganzen einen geschichtlichen Rahmen. Berlin als eine der wichtigsten Städte der Welt mit 100 Stockwerke hohen Häusern. Eine Stadt, in der sich das kulturelle Leben ausbreitet und das Leben in vollen Zügen genossen wird.

Nur kurz wurde die Premiere von Emil und die Detektive von einem Regenschauer unterbrochen. Dennoch spielten die Darsteller unbeirrt weiter, so als ob nichts geschehen wäre. Den großen und langanhaltenden Beifall des Publikums haben sich alle Darsteller dann auch redlich verdient.