Beatles in the Air: Schwungvoller Theaterwitz
Theater im Steinbruch hebt ab – dank guter Musik
Das geniale an der Beatles-Musik, genauer an der Kompositionskunst von Lennon/McCartney und George Harrison hilft in diesem Falle sehr – und natürlich das Talent der Mitwirkenden:
„Beatles an Bord“, das neue (in der Maja-Bühne ausverkaufte) Saalstück des „Theater im Steinbruch“ (von Enrique Keil, Regie: Benedikt Bachert) bietet einen Tupolev-Chaosflug, mit Ängsten, Streit, viel „Comedycal“ und drei Stewardessen (gesanglich erstaunlich: Simone Allweyer, Jasmin Baumgratz, Silvia Bender). Dazu Beatles-Livemusik mit den „Groovties“ und jede Menge Sound-Einspielungen, die immer an den möglichen, bevorstehenden Absturz erinnern und meist vom Kapitän im Cockpit kommen (der Co-Pilot liegt schon tot im Gepäckfach). „Dieses Flugzeug ist sicher, so lange es nicht in die Luft geht“.
Nicht nur musikalisch ist hier einiges geboten (Leitung: Michael Bach, Gesangsleitung: Stefan Rheidt), es macht wirklich Spaß, dem fulminanten Ablauf zu folgen, auch wenn mancher Witz im Tiefflug daherkommt und die Strecke Emmendingen – Paris in ihrer Absurdität leicht provinziell wirkt. Trotzdem: Komik, Klamauk und tolle Songs schaffen es zeitweise zum „Rundumvergnügen für die Fluggäste“ in der Maja, die nach fast jedem der vielen Beatles-Songs (von „Magical Mystery Tour“ bis „Here comes the sun“ und „Yesterday“) Szenenapplaus gaben. „Lucy in the sky with diamonds“, „It’s a real nowhere man“ – wieso passen die Stücke so gut und die Stimmen sind so präsent? Lob an das Stück, die Musik und die Bühnen-Technik! Gibt es das T-Shirt („Wir haben überlebt“) zu kaufen? Und wenn es langweilig werden könnte, hören wir das nächste Stück: „Help!“
Und die gute Nachricht für alle, die diesmal keine Karten bekommen haben: Im Herbst ist eine Wiederaufnahme des Stücks geplant.