„Wir haben versucht, den Look der 40er Jahre nachzuempfinden“

BZ-INTERVIEW mit Michael Kraus und Moritz Vogel (Technik und Filmclips) zur bevorstehenden Theateraufführung von „Spiel’s nochmal Sam“ in der Cinemaja.

Neben dem Sommerstück führt das Theater im Steinbruch regelmäßig auch ein Winterstück auf. Dieses Jahr zum ersten Mal in Kooperation mit dem Kino Cinemaja in Emmendingen. Gezeigt wird „Spiel’s nochmal Sam“ nach der Komödie von Woody Allen. BZ-Mitarbeiterin Anna Schughart sprach mit Michael Kraus und Moritz Vogel, die für die Technik und die Filmausschnitte zuständig sind.

BZ: Worum geht es in „Spiels nochmal Sam“?

Kraus: Das Stück handelt von Allan Felix, einem Filmkritiker und großem Fan von „Casablanca“. Im realen Leben hat er allerdings große Probleme mit seinen Beziehungen zu Frauen.

Vogel: Und da kommen die Figuren wie zum Beispiel Humphrey Bogart (Schauspieler des Protagonisten Rick Blaine in „Casablanca“) ins Spiel. Sie treten in Traumsequenzen mit ihm in Kontakt und geben ihm Tipps und Ratschläge.

Kraus: Einen Teil dieser Tagträume wird aber nicht von den Schauspielern gespielt, sondern per Videosequenz auf die Bühne projiziert. Das Besondere ist dann, dass die Schauspieler mit den Figuren des Filmausschnittes interagieren.

BZ: Wie kam es zu dieser Idee?

Vogel: Die Idee mit den Einspielungen stammt von der Regisseurin Simone Allweyer. Wir haben uns dann mit ihr zusammengesetzt und ausgearbeitet, welche Szenen wir gerne als Film hätten. Nachdem wir die Szenen ausgewählt hatten, mussten wir überlegen, welche Bildausschnitte, Kameraeinstellungen und Lichtkonzepte wir verwenden.

Kraus: Dann haben wir vier Abende á fünf Stunden mit den Schauspielern gedreht. Das hat sehr viel Spaß gemacht. Drehort war das Kino und dort haben wir einmal sogar mit unserer Nebelmaschine Feueralarm ausgelöst.

BZ: Wie sehen die Filmclips aus?

Vogel: Der Hauptdarsteller des Stücks, Allan Felix, ist ja ein großer „Casablanca“-Fan. Beim Drehen haben wir versucht, den Look der 40er Jahre nachzuempfinden. Das heißt zum Beispiel harte Schatten und starkes Licht.

BZ: Welchen Effekt haben die Filmeinspielungen?

Kraus: Die Darsteller in den Filmausschnitten sind größer, schauen auf Allan Felix herab und wirken deshalb als stünden sie über den Dingen. Das zeigt deutlich, dass sie nicht in der Realität sind, sondern eine Traumwelt durchqueren. Teilweise treten die Figuren sowohl im Film als auch auf der Bühne auf. Wo sie sich gerade befinden, zeigt auch ihre Distanz oder Nähe zu Allan Felix.

BZ: Wie kamt ihr zu dieser Aufgabe?

Kraus: Ich bin seit neun Jahren für Licht- und Tontechnik beim Theater im Steinbruch verantwortlich.

Vogel: Ich habe früher als Kind beim Theater mitgespielt. Jetzt studiere ich audio-visuelle Medien mit Spezialisierung auf Film und Fernsehen. Momentan drehe ich meinen Abschlussfilm für die Bachelorarbeit. Da war es schön, zurück zu den Theaterwurzeln zu kommen und etwas abseits vom Unileben zu machen.

Kraus: Wir haben natürlich sehr von seinen Erfahrungen profitiert.

BZ: Ist die meiste Arbeit für euch damit getan?

Vogel: Für mich im Prinzip schon. Ich werde nur noch als Zuschauer in einer Aufführung sitzen.

Kraus: Ich bin neben dem Einspielen der Filmsequenzen auch noch für Licht und Ton während der Aufführung zu ständig. Das heißt, ich mache den gleichen Lernprozess wie die Schauspieler durch. Auch ich muss den Text genau kennen, um zu wissen, wann die einzelnen Einsätze sind. Ich bin also jeden Tag bei den Proben.

BZ: Was erwartet die Zuschauerin, den Zuschauer also bei „Spiel’s nochmal Sam“?

Kraus: Es ist ein sehr kurzweiliges und turbulentes Stück.

Vogel: Es spricht sicherlich nicht nur Theater-, sondern auch Filmfreunde an. Schließlich ist das Thema Film stark in das Stück integriert.