Neues vom Pippi-Planeten
Kinderstück kam bei der Premiere am Sonntag gut an
Am Sonntag hatte das diesjährige Kinderstück „Pippi Langstrumpf“ im Theater im Steinbruch Premiere. Das junge Ensemble, allen voran Murielle Meier als Pippi, ließ textsicher und schwungvoll über zwei Stunden lang die brütende Sommerhitze vergessen und hatte dabei sichtlich Spaß.
Astrid Lindgrens Geschichte über das stärkste Mädchen der Welt ist weltweit ein Klassiker und wurde vor Jahren schon einmal im Theater im Steinbruch aufgeführt. Wie bringt man dieses bekannte Universum so auf die Bühne, dass weder eingefleischte Pippi-Fans auf die Barrikaden gehen, gleichzeitig aber auch nicht der Eindruck von altem Wein in neuen Schläuchen entsteht?
Regisseurin Isabell Steinbrich ließ die bekannten Elemente weitgehend unangetastet, verpasste der Langstrumpf-Welt mit modernen Akzenten jedoch eine subtile Frischzellenkur. So hisst Pippi beim Einzug ins schwedische Nest zu einem Lied von Rammstein die „Villa Kunterbunt“-Fahne, und statt des bekannten Pippi Langstrumpf-Lieds aus der Fernsehserie erklingt schon mal flotter Sprechgesang. Ansonsten aber wirbelt die freche Seemannstochter auch im Jahr 2011 so über die Bühne, wie man sie kennt und liebt: Anders als ihre mustergültigen Freunde Thomas (Florian Fischer) und Annika (Larissa Göppert) hat sie weder mit Plutimikation noch mit Disziplin viel am Hut, wird dafür aber mühelos mit fünf Gegnern gleichzeitig fertig.
Natürlich dürfen weder Tante Prysselius (Annabelle Völker), der Affe Herr Nilsson (AntoniaArendse /Mira Roloff) noch Seeräuberpapa Efraim Langstrumpf (Benedikt Bachert) und seine rauen Gesellen von der „Hoppetosse“ fehlen. Anders als bei der ersten Pippi-Inszenierung wurde diesmal auf ein echtes Pferd verzichtet, doch der pflegeleichte Pferdekopf auf der Veranda meistert die Rolle des wortkargen Apfelschimmels ja auch nicht schlecht.