„Dett bringt nur Ärjer, wa!“
Ein volles Haus bei der Premiere von „Street Kids“
Am späten Freitagnachmittag erlebten gut 100 Kids im Jugendhaus die Premiere von „Street Kids“, dem diesjährigen Jugendstück des Theaters im Steinbruch.
„So is‘ dett Leben, hart aber unjerecht“, tönt der stets betrunkene und übelriechende Obdachlose Kurt (Michael Schäfer) mit Berliner Schnauze in der Eröffnungsszene des Stücks. Dass der zunächst frustrierte Penner, der sich seine Welt gerne mit einem Flohzirkus schön malt, im Verlaufe des Stückes zu einem Moralisten wird und die beiden verfeindeten Straßengangs „Warriors“ und „Yankees“ auf ungewöhnliche Weise miteinander versöhnt, ahnt im Publikum derweil noch niemand.
Doch der Reihe nach:Otto (Johannes Wipfler) ist Chef der „Yankees“, einer berüchtigten Straßengang. Mit Schlagstöcken und Musik von Aggro-Berlin machen sie die Gegend unsicher und schrecken auch vor Gewalt nicht zurück. Als Otto die Aufnahme dreier ausländischer Jugendlicher ablehnt, gründen diese mit weiteren Schulkollegen eine Konkurrenzbande namens „Warriors“.
Ein Handtaschendiebstahl an Oma Meier und ein hinterlistiges Spiel Ottos mit einem weiblichen Bandenmitglied führt dazu, dass eine Schlägerei mit Messern und Schlagstöcken der beiden Banden unmittelbar bevorsteht. Den Fall lösen dann keine Polizisten oder Sozialpädagogen vor Ort, sondern die alte Oma Meier (Beate Arnold), und eben PennerKurt. Kurz vor der Schlägerei lässt er seinen „ausgebildeten Kampffloh“ auf Otto los, der diesen schließlich niederstreckt. „Ick hab‘ doch gleich jesacht, datt dett nur Ärjer bringt, wa!“, kommentiert Kurt die Schlussszene.
Ein lustiges Ende in einem eigentlich ernsten Stück, das sich mit Gewalt, Führergehabe, Unterdrückung und Ausländerfeindlichkeit auseinandersetzt. Die Fehde zweier Banden verquickt mit einer Liebesgeschichte lässt zudem gewisse Parallelen zur bekannten Westside Story erkennen. Ingesamt drei Monate lang probten die elf Jugendlichen und zwei Erwachsenen für das Stück. Ein Kompliment gilt zudem dem 20-jährigen Benedikt Bachert, der als Regisseur ein gelungenes Debüt gab.