Aladin und Pinocchio retten die Märchenwelt
Bejubelte Premiere von „Rabatz im Zauberwald“
Fast gefüllt waren alle Besucherbänke des Theaters im Steinbruch, als das Kindertheaterstück „Rabatz im Zauberwald“ von Wolfgang Barth am vergangenen Sonntagnachmittag zeitgleich mit dem Beginn des Achtelfinal-Spiels Deutschland gegen England seine Premierenaufführung hatte. Märchenfetzen ertönten aus dem Hintergrund: „Knusper knusper Knäuschen“, „Ach wie gut, dass niemand weiß“, und gleich darauf betraten Hänsel und Gretel die märchenhaft-bunt gestaltete Bühne, kamen zum Knusperhäuschen und gerieten in Gefangenschaft der eher kauzigen als bösen Hexe, jedoch nicht lange, da die düstere Rattengang „Cobra“ alle Lebkuchen stahl. Als auch Rotkäppchen verzweifelt weinte, weil es keine rote Kopfbedeckung mehr hatte, das tapfere Schneiderlein ohne Fliegenklatsche, Aladin ohne Zauberteppich und der gestiefelte Kater ohne Stiefel da stand, wurde klar, was vor sich ging: Die heimtückischen Ratten raubten alle wichtigen Märchenuntensilien, damit es auf der Welt bald keine Märchen mehr geben und ihr mürrischer Meister, der dunkle Zauberer, seine verloren gegangene Macht zurückgewinnen würde. Doch der „Märchenpolizei“ gelang es zu guter Letzt mit Mut, Zauberei und einem Märchentrick, den bösen Zauberer zu besiegen. Zur Musik von „Freude schöner Götterfunken“ begann das große Finale, das vom Publikum mit jubelndem Applaus bedacht wurde. Er übertönte sogar die Vuvuzela-Stürme des zu Ende gegangenen Fußballspiels. Der erste Vorsitzende des Vereins Theater im Steinbruch, Hans-Joachim Wipfler, bedankte sich bei Regisseurin Isabell Steinbrich, der Regieassistenz und allen Helfern, beim Publikum, das trotz Fußballspiel gekommen war, und besonders bei den 33 Darstellern von 8 bis 60 Jahren, die sogar den 33 Grad auf der Bühne mit schauspielerischer Energie getrotzt hatten.