Der „Papst“ wird diesmal auch für Haiti gespielt
BZ: Dass der „Papst“ nochmals gespielt wird, stand ja schon eine ganze Weile fest. Wie kamen Sie darauf, die Hälfte des Erlöses in den Dienst einer guten Sache zu stellen?
Wipfler: Das war eine Spontanaktion der Schauspieler. Sie waren bei ihren Proben so betroffen über die Erdbebenmeldungen und haben gesagt: Uns geht es gut, aber dort muss man etwas tun. Dann haben wir überlegt, was, und uns entschlossen, die Aufführung unter den Benefizgedanken zu stellen und 50 Prozent der Einnahmen für Haiti zur Verfügung zu stellen.
BZ: War das eine unumstrittenen Entscheidung? Wie alle Vereine sind Sie ja auch auf die Einnahmen aus solchen Veranstaltungen angewiesen…
Wipfler: Es war, wie gesagt, eine Entscheidung der Spieler und des Vorsitzenden, und sie fiel ganz eindeutig aus. Und da es die Schauspieler sind, die ihre Zeit für die Aufführung opfern, sehe ich darin kein Problem.
BZ: Das Stück ist eine sehr vergnügliche Angelegenheit. Das lockt sicher viele Besucher. Aber es hat ja auch einen ernsten Hintergrund, der recht gut zu dem guten Zweck passt.
Wipfler: Es ist uns ganz wichtig, dass in dieser Komödie auch das Menschliche betont wird. Im „Papst“ geht es um die Vielfalt der Religionen, und man sieht, dass sich eigentlich alle vertragen müssten, wenn sie es nur wollen. Das hat im vergangenen Jahr in unsere Zeit gepasst und das ist weiterhin so. Nun kommt der Aspekt hinzu, dass es auf der Welt viel Elend gibt. Dagegen wollen wir ein Zeichen setzen, auch wenn unser Beitrag nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein kann.