Die Proben laufen super

Am Samstag, 23. Juni, ist Premiere für „Eine schöne Bescherung“

Ein bisschen Baustellenatmosphäre herrscht in diesen Tagen schon noch auf dem Gelände des Theaters am Steinbruch, und die Lok aus dem Kinderstück „Jim Knopf“ wartet vor der Tribüne auf ihre Reparatur. Doch das kräftige Hämmern gehört zum Erwachsenenstück „Eine schöne Bescherung“, einer Komödie von Albert Husson, die am Samstag, 23. Juni, Premiere hat.

Schließlich wird im Stück grade das Dach repariert. Und da muss jeder Hammerschlag sitzen — nein, nicht damit nichts in sich zusammenfällt, sondern damit Handwerkslärm und das Gespräch auf der Bühne nahtlos ineinander übergehen. Aber dafür gibt es ja Proben.

„Super“ laufen die, findet Regisseurin Isabel Rothe. Geprobt wird seit Ende Februar, seither wurde im Schnitt zweimal pro Woche an dem Stück gearbeitet. Wobei es diesmal schwierig war, den Probenplan auszutüfteln, berichtet Spielleiter Gunter Hauß, der den Sträfling Alfred spielt: „Wir haben auch schon viermal die Woche geprobt und dann mal eine Woche fast nicht, um die Termine unter einen Hut zu kriegen.“ Ab Montag gibt’s kein Pardon, da muss das Team täglich ’ran und drei Stunden pro Probe sind keine Seltenheit. Zum Glück sind alle bester Laune, flachsen und witzeln — und verschwinden dann in alle vier Windrichtungen, um die Requisiten zusammenzuholen. „Mein Gott — ein Sack Flöhe“, seufzt die Regisseurin, als schon wieder eine Darstellerin fehlt.

Das Zusammenspiel klappt gut, jeder weiß (eigentlich), wann er wie zu reagieren hat, und die Souffleuse hat in diesem Stadium nicht mehr viel zu tun — zumal immer mal wieder ein bisschen improvisiert wird. Gefeilt wird an Details, die dem Zuschauer später gar nicht mehr auffallen werden, so selbstverständlich wirken sie. Das fängt bei den Blumen an: Nein, keine Tulpen, sondern Strelizien, die auf den Kanaren beheimateten „Papageienschnäbel“ , sollen den Tischschmuck bilden. Schließlich spielt die Geschichte in den Tropen, auf der Sträflingsinsel Cayenne. Wichtig ist aber auch noch, in welcher Hand sie gehalten werden! Und das ist nur ein winziges Detail von vielen.

Nicht ganz ohne sind auch die Auswahl und die Koordination der Musik: Vorfreude soll sie anfangs widerspiegeln, dann langsamer werden und schließlich absterben, wenn die Tochter des Hauses in Ohnmacht fällt. „Das geht nur auf Sicht, sonst bauen wir uns eine böse Falle“, stellt die Regisseurin klar. Soll heißen: Wenn Simone Bruder „umfällt“, muss die Musik noch mal aufjaulen und dann verstummen. Präzision ist beim Theaterspielen eben auch und gerade hinter den Kulissen und in der Technik gefragt! So gibt es beispielsweise eine extra Beleuchtungsprobe.

Zwei Neuzugänge sind diesmal mit von der Partie, und auf weitere Neulinge hofft Gunter Hauß für 2008. Dann soll nämlich „Dracula“ gespielt werden — vorausgesetzt, es gelingt, weitere Mitspieler zu gewinnen.