Gemeinsam heißt das Zauberwort

Gelungene Premiere / Am nächsten Wochenende zeigt das „Theater im Steinbruch“ sein Winterstück „Kikerikiste“ erneut

Das Thema ist stets aktuell: Es geht um Freundschaft und darum, wie leicht die in Gefahr gerät, wenn aus Freunden Rivalen werden – und ein skrupelloser Dritter ihre kleinen Kabbeleien ausnutzt. Doch keine Sorge: So ernst, wie das klingt, geht es in Paul Maars Kinderstück „Kikerikiste“ nicht zu. Dafür ist es zu sehr Clowntheater mit viel Klamauk, aber eben auch mit Botschaft. Und genauso präsentiert das „Theater am Steinbruch“ sein Winterstück für Kinder.

Rund 90 Zuschauer waren zu der gelungenen Premiere in die Festhalle des ZPE gekommen. Alle fahren zusammen beim „Hahnenschrei“, der das Stück eröffnet und gegen den das folgende Weckerklingeln ein sanftes Gesäusel ist. Es weckt die beiden ungleichen Freunde Bartholomäus und Kümmel, die den Tag jeder auf seine Art beginnen: Mit Gymnastik der eine und der andere, in dem er sich mit der Zahnbürste putzt, von den Haaren bis zu den Schuhen. Schon ist der erste Zank da – denn eines tun die beiden zum Spaß der Kinder im Publikum fast ständig: streiten.

Herrlich ist die Mimik bei Bartholomäus (Moritz Vogel) und Jonathan Vöhringer (Kümmel), wenn sie wieder mal übereinander herziehen, wenn sich einer ärgert oder gekränkt ist und der andere ihn herzhaft auslacht. Auch der Tonfall passt – wenn man die Augen schließt, könnte man sich streitende Kinder vorstellen. Und man merkt beiden deutlich an, wie viel Spaß ihnen der Wirbel auf der Bühne macht.

Es ist ein Stück, das in die Erfahrungswelt der Kinder passt. „Du bist nicht mehr mein Freund!“ heißt es da schon mal ganz schnell, und gleich darauf wollen sie sich doch wieder vertragen. Bis – ja, bis der Musikmarschierer auftaucht (Michael Schäfer), der mit todernstem Gesicht und schön feierlich-zackigem Gehabe die beiden so beeindruckt, dass jeder direkt hinter ihm marschieren möchte und der (schön böse gespielte) falsche Freund es leicht hat, sie gegeneinander auszuspielen; zu seinem Vorteil, versteht sich. Doch es dauert eine Weile und es passiert eine Menge auf der Bühne, bis die beiden das merken und vom Marschieren ein für alle Mal genug haben. Gemeinsam heißt künftig ihr Zauberwort. Ein Gemeinschaftswerk mit viel Arbeit hinter den Kulissen war auch die Produktion des Winterstückes. In der Regie hielt Gunter Hauß alle Fäden sicher in der Hand: Ein gelungenes Debüt! Die verflixte Technik bezwang Michael Kraus.