Junges Theater mit Pep und Pfiff
Das Theater im Steinbruch hat am Samstag mit Paul Maars „Kikerikiste“ Premiere
„Wir haben ja noch eine Woche Zeit…“ beruhigt Regisseur Gunter Hauß seine Mitstreiter bei der „Kikerikiste“, dem Winterstück des Theaters im Steinbruch. Nun, ganz so stimmt das nicht, Premiere ist am Samstag – aber schon ein Probenbesuch zeigt: Das Stück von Paul Maar wird großen und kleinen Kindern viel Spaß machen.
Gunter Hauß, den Besuchern vieler Aufführungen des Theaters am Steinbruch als begeisterter und begeisternder Schauspieler bekannt, führt bei der „Kikerikiste“ erstmals Regie. Ist das ein Seitenwechsel? Nun, er hatte Lust, einmal etwas Neues zu probieren, den Blickwinkel zu drehen und den Horizont zu erweitern, erzählt der 25-Jährige, der Deutsch und Englisch fürs Lehramt an der PH Freiburg studiert – und es ist einfach ein schönes Kinderstück. Vorgeschlagen hatte es Simone Allweyer, die schon in zahlreichen Kinderstücken Regie geführt hat. Und Paul Maar ist ein Erfolgsautor, den das Theater auch mit dem Kinder-Sommerstück „Lippels Traum“ wieder spielen wird. Hauß‘ erste Regie hat ihm aber auch gezeigt, dass sein Schwerpunkt wohl das Spielen bleiben wird: „Da war oft die Lust da, hochzuspringen und mitzumachen“, sagt er; für das eigene Spiel habe er viel profitiert. Doch auch als Regisseur ist er in seinem Element: „Es macht so viel Spaß wie gedacht.“ Gründe dafür sind der Humor und der pädagogische Reiz des Stückes – und der kleine Rahmen: Generell kam ihm bei seinem „Erstlingswerk“ entgegen, dass die „Kikerikiste“ ein überschaubares Drei-Personen-Stück ist.
Drum gab’s auch keine Probleme, ein Winterstück anzusetzen und zu besetzen. Schon vor zwei Jahren hatte das Theater im Steinbruch mit einem Maar-Winterstück viel Erfolg gehabt, mit der „Maschimaschine“; die bewährte Zusammenarbeit mit dem KOMM-Team am Zentrum für Psychiatrie wird fortgesetzt, das Zentrum stellt auch die Festhalle kostenlos zur Verfügung. Doch der „Jahrhundertsommer“ hatte die Schauspieler sehr stark in ihrer eigentlichen Domäne, dem Freilichttheater, gefordert. „Da hat es im vergangenen Jahr einfach terminlich nicht gepasst“, erklärt Markus Haas, Pressesprecher des Vereins. So wie in beiden Jahren kein Winter-Erwachsenenstück zustande kam.
Doch seit Oktober proben nun Michael Schäfer, Moritz Vogel und Jonathan Vöhringer drei Mal pro Woche; zwei Stunden dauert eine Probe. Inzwischen geht es an den Feinstschliff, bei den Gesten ebenso wie bei den Requisiten. Da müssen die Löcher in der Kiste größer werden, es müssen noch Löcher ins Taschentuch – und wie bringt man zwei Paar Schuhe dazu, im jeweils richtigen Moment falsch und dann wieder richtig sortiert zu sein? Das und viele Details mehr braucht es für die Geschichte von Bartholomäus und Kümmel, deren Freundschaft auf eine harte Probe gestellt wird, als sich die Chance bietet, Obermarschierer zu werden. Neugierig geworden? Dann nichts wie hin zu einem der vier Aufführungstermine!