Spaß bei unlustigem Wetter bei der Freilichtpremiere
Kurzweiliger Theaterabend trotz regnerischen Witterung
Nur knapp 100 Unentwegte wollten am Samstagabend die Premiere des Stückes „Einen Jux will er sich machen“ im idyllischen Theater im Steinbruch miterleben. Ob es am regnerischen Wetter oder am kurz davor im Fernsehen übertragenen (Trauer)-Spiel der Deutschen Kicker bei der Europameisterschaft in Portugal lag? Im Gegensatz zu der Nullnummer der Nationalmannschaft gegen Lettland mussten die Zuschauer beim heiteren Lustspiel des österreichischen Possendichters Johann Nepomuk Nestroy aus dem Jahre 1842 jedenfalls nicht vergeblich zittern.
Obwohl der „Wettergott“ kein Einsehen mit den 22 Schauspielern um Regisseur Thomas Lauer hatte, ließen diese sich überhaupt nichts anmerken und gaben vor spärlicher Kulisse ihr Bestes. Vor Beginn des Stückes hatte Vorsitzender Clemens Allweyer die Gelegenheit beim Schopfe gepackt, allen Mitwirkenden und Helfern des Vereins vor und hinter den Kulissen, den Sponsoren, dem Stadttheater Freiburg für das Überlassen der Kostüme und der Stadt Emmendingen für das Bereitstellen der Umkleidemöglichkeiten zu danken.
Das verzwickte und kurzweilige Verwechslungsspiel um Liebe, Lüge und Leidenschaft erwärmte die Besucher von Beginn an. Mitunter ging es drunter und drüber auf der durchnässten Bühne. Zwei Akteure drückten dem abwechslungsreichen Lustspiel in besonderem Maße ihren Stempel auf. Kommis Weinberl (Hans Bürkin), den es als Teilhaber eines Krämerladens zusammen mit dem zappeligen Lehrbub Christophel (Gunter Hauß) kräftig juckt, in der Stadt etwas Verbotenes zu tun. Ihre zwerchfellerschütternden Dialoge und unvergleichliche Mimik sorgen dafür, dass das Stück beim Publikum glänzend ankommt. Als „verruchte Kerle“ und unter falschem Namen stürzen sich die beiden von einem Abenteuer zum nächsten, so dass die Verwicklungen ihren Lauf nehmen. Bis zum Happy-End mit drei Hochzeiten werden die Lachmuskeln der Zuschauer bis aufs Äußerste strapaziert. Ein großartiger Theaterabend mit hochmotivierten Schauspielern, der mehr Besucher verdient gehabt hätte.