Im Theater im Steinbruch in Emmendingen laufen die Proben für das Kinderstück auf Hochtouren

Schon seit November probt das Team des Theaters im Steinbruch für das neue Kinderstück. Dieses Mal mit einem dreiköpfigen Regieteam. Ab dem 15. Juni steht „Igraine Ohnefurcht“ auf dem Spielplan.

Erstmals hat das Theater im Steinbruch in Emmendingen ein dreiköpfiges Regieteam für das Kinderstück. Gespielt wird „Igraine Ohnefurcht“ nach dem Buch von Cornelia Funke – ein witziges Ritterstück mit Drachen, Zauberei und sehr viel Action. Die neuen Regisseure Lorenz Allweyer, Lukas Kadlec und Pascal Jessen sind „Eigengewächse“ des Steinbruch-Theaters, haben auch beruflich mit Theaterspiel zu tun und teilen sich die Aufgaben nach Kompetenzen und zeitlichen Möglichkeiten.

Nachdem die bisherige Kinderstück-Regisseurin Silvia Gschwendtner den Vorsitz des Amateurtheaters übernommen hatte, entstand die Teamidee am Küchentisch, erzählen ihre drei Nachfolger. Sie sind befreundet – und sie wussten, wie viel Arbeit auf sie zukommt. Die Kommunikation werde im Team aufwändiger, sagt Lukas Kadlec. Aber weil sie zu dritt sind, bleibe mehr Aufmerksamkeit für das einzelne Kind.

Lorenz Allweyer ist in das Theater hineingewachsen, das erste Mal sei er im Bauch seiner Mutter dabei gewesen, erzählt er schmunzelnd – seine Eltern sind seit vielen Jahren auf der Bühne und im Vorstand, als Autor und Regisseurin aktiv. 2001, da war er sechs, hat er erstmals im Kinderstück mitgewirkt, später oft in mehreren Rollen in einem Stück. Jetzt arbeitet er als Sozialpädagoge an der Paula-Fürst-Schule in Freiburg, wo er – klar – eine Theatergruppe betreut. Er bildet sich auch als Theaterpädagoge weiter. Seine Spezialität sind Bühnenkämpfe – die choreografiert er beim Steinbruch-Theater schon seit Jahren.

Lukas Kadlec wiederum kam im Alter von 17 Jahren durch einen Schulkameraden zum Theater; das war 2016. Er fand es so toll, dass er dabei blieb und später die Schauspielschule absolvierte, erzählt er. Nun ist er Schauspieler und Theaterpädagoge, gibt Kindern wie Rentnern Theaterkurse, macht Historix-Stadtführungen und Improtheater für Kinder im Europa-Park. Zwei Tage pro Woche arbeitet er im IT-Bereich.

Co-Regisseur Pascal Jessen ist Grundschullehrer und ab nächstem Jahr an der Freien demokratischen Schule in Freiburg tätig. Er hat Theater als Fach studiert und arbeitet auch als Vetotrainer, das heißt, er vermittelt durch Theaterarbeit spielerisch Kompetenzen für Führungsprozesse. Im Theater am Steinbruch hat er erstmals 2014 mitgespielt, zunächst im Erwachsenen-, dann in Kinderstücken.

Die Proben haben im November begonnen, wie immer mit dem Schauspieltraining, bei dem die Grundregeln auf der Bühne und einfache Techniken vermittelt werden. Dabei sehen die Regisseure auch, wer für welche Rollen infrage kommt. Diesmal spielen sieben Neulinge mit, und etliche Kinder, die erst ein- oder zweimal auf der Bühne standen.

Die Proben sind derzeit in der heißen Phase, auf Beschluss des Elternabends sind Handys tabu, erklärt Jessen. Konzentration ist gefordert. Ein Beispiel: Im Stück wird gezaubert, für Effekte sorgt die Technik – und das muss passen. Dass der Text gut sitzt, testet Regieassistentin Silvia Jessen in der Vorbereitungsstunde. Die dient nicht nur dazu, die Requisiten bereit- und das Kostüm anzulegen, sondern auch der Einstimmung auf die Rolle.

Herausforderung und Highlight zugleich sei die Belagerungsszene, sagt Allweyer – dann werden fast alle Kinder auf der Bühne sein. Die gilt es zu koordinieren; auch da sei es gut, zu dritt zu sein, wobei Jessen im Hintergrund agiert. Im Theaterstück nach dem Buch von Cornelia Funke wird nur von der Belagerung erzählt. Aber die Version des Steinbruch-Theaters, die die Regisseure erarbeitet haben, zeigt die Belagerung; sie halte sich enger an das Buch, sagt Kadlec.

Dann wird es wuselig auf der Bühne: Die Kinder schleppen Requisiten herbei, Leiter, Körbe, Schwerter und Stöcke und dicke Schaumstoffmatten, während im Park Sprechproben ablaufen und auf der Bühne die Klingen gekreuzt werden. Die Armbrustschützen üben wegen des regnerischen Wetters im Schuppen das synchrone „…und Schuss!“. Das Stück sieht nach einem Volltreffer aus.