Bühne frei für die Jubiläumssaison

Theater im Steinbruch: „Don Camillo und Peppone“ sowie „Kleiner König Kalle Wirsch“

Mit der Premiere des Kinderstücks „Kleiner König Kalle Wirsch“ startet das Theater im Steinbruch am kommenden Sonntag, 9. Juni, in die Sommerspielzeit. Am Samstag, 15. Juni, folgt zudem die erste Aufführung des Erwachsenenstücks „Don Camillo und Peppone“. Über allem steht diesmal jedoch ein geschichtsträchtiger Geburtstag.

Das Jubiläum

Gefeiert wird in diesem Sommer das Jubiläum „100 Jahre Amateurtheater in Emmendingen“. Dabei verneigen sich die heutigen Mitglieder des Theaters im Steinbruch mit selbstgedrehten Kurzfilmen vor ihren Vorgängern. Die sechs Streifen, die von den Schauspielern Michael Schäfer und Gunter Hauß initiiert wurden, werden derzeit häppchenweise auf der Homepage des Vereins veröffentlicht. Außerdem kann man sie seit Montag in der Hauptgeschäftsstelle der Sparkasse bewundern. Ausgestrahlt werden sollen sie ab dem 24. Juni außerdem im Foyer des Rathauses.

„Alles fing mit der ‚Dramatischen Gesellschaft‘ an“, blickt der Vorsitzende Hans-Joachim Wipfler in die Historie. Im November 1924 habe diese im Dreikönigssaal erstmals „Im Weißen Rössl“ aufgeführt. Bis zum Verbot durch die Nazis neun Jahre später seien die Aufführungen überregional bekannt gewesen. Schon ein Jahr nach dem Krieg, also 1946, habe es in Emmendingen die „Freilichtspiele“ gegeben – zunächst vor dem Schlosserhaus, zwischenzeitlich zwei Jahre auf dem Schlossplatz und später auf dem einstigen Festplatz hinter der Karl-Friedrich-Schule. Daraus sei in den 1960er-Jahren die Volksbühne geworden, aus der 2002 schließlich das heutige „Theater im Steinbruch“ entstand.

Dessen rund 100 aktive Mitglieder führen in der diesjährigen Sommerspielzeit zwei ganz besondere Stücke auf. Mit dem Tag der offenen Bühne wollten sie am vergangenen Sonntag der Öffentlichkeit eigentlich einen Einblick in die Probenarbeit gewähren, mit den Theatergästen ins Gespräch kommen und nebenbei den Kartenverkauf ankurbeln. Aufgrund des Dauerregens hatte die Vorstandschaft das Ereignis jedoch schon am Vormittag abgesagt. Lediglich der Ticketschalter wurde besetzt. Hinter den Kulissen nutze man die Zeit, werkelte am Bühnenbild und feilte trotz der Nässe noch einmal an der ein oder anderen Szene.

Das Erwachsenenstück

„Das letztjährige Piratenschiff haben wir diesmal in ein Kirchenschiff verwandelt“, blickte Gunter Hauß, einer der beiden Hauptdarsteller des Erwachsenenstücks, auf die große hölzerne Konstruktion, die mitten auf der Bühne steht. Als Dorfpfarrer „Don Camillo“ wird er sich mit Bürgermeister „Peppone“, der von Hans Bürkin gespielt wird, ab dem 15. Juni in insgesamt 16 Aufführungen einen zweieinhalbstündigen Disput liefern. „Nach den vielen Abenteuergeschichten der letzten Jahre haben wir uns diesmal für eine klare Komödie entschieden – allerdings mit politischem Inhalt, der aktueller ist denn je“, erklärte Hauß.

Ende 2023 hatten die 20 Schauspieler mit den Probenarbeiten begonnen. Schon im Februar folgten die ersten gemeinsamen szenischen Proben. In den letzten Wochen führte Regisseur Benedikt Bachert die Puzzleteile zusammen und arbeitete mit den Darstellern die Details heraus. „Wir bieten das, was die Menschen am Theater im Steinbruch schätzen – unterhaltsame Szenen, tolle Dialoge, waghalsige Kämpfe und vor allem unseren typischen Humor“, zwinkerte Bachert am Sonntag. Das Drehbuch von Gerold Theobalt habe man etwas modifiziert. Jesus, so der Regisseur, werde beispielsweise „in persona“ auftreten.

Das Kinderstück

Bereits am kommenden Sonntag, 9. Juni, feiert das Kinderstück „Kleiner König Kalle Wirsch“ seine Premiere. Angelehnt ist die Fassung von Frank Pinkus an die Filme der Augsburger Puppenkiste aus den 1970er-Jahren. „Anders als in den letzten Jahren reisen wir diesmal komplett in eine Fantasiewelt“, verspricht Regisseurin Silvia Gschwendtner. Freuen dürfe man sich auf eine Erdmännchenwelt mit Tropfsteinhöhlen, Schattenquellen, Echokugeln und Vulkanen. „Es ist ein lustiges Stück, bei dem an manchen Stellen auch gepupst wird“, lächelte sie.

Silvia Gschwendtner baut diesmal auf ein ganz junges Ensemble. Von den 27 Darstellern sind 14 ganz neu mit dabei. Sie alle sind in einem Alter zwischen neun und zwölf Jahren. „Es wird diesmal definitiv ein Kinderstück“, zwinkerte die Regisseurin. Entsprechend sei „Kleiner König Kalle Wirsch“ auch für ein jüngeres Publikum geeignet. Selbst fünfjährige Theatergäste könnten das Stück gut verstehen. „Weil auch zwei, drei unheimliche Figuren dabei sind, sollten Eltern das Stück mit ihren Kindern im Vorfeld kurz durchsprechen“, so Gschwendtner.