Nun droht der Hitzschlag

PROBENBESUCH: Vor der Premiere des “Lumpaci Vagabundus” im Theater im Steinbruch

Dem Liebespaar stehen die Schweißtropfen auf der Haut. Doch nicht etwa, weil die Szene im “Lumpaci Vagabundus” bei den Proben im Theater im Steinbruch so heiß wäre. Nein, es sind schlicht die hohen Außentemperaturen. Haben die Amateurschauspieler in den vergangenen Wochen vor Kälte geklappert und wegen des Regens nicht immer wie geplant proben können, so haben sie nun, beim Wiederbeginn der Proben nach den Pfingstferien, mit der Hitze zu kämpfen. Denn die Bühne liegt im gleißenden Sonnenlicht.

Und das so sehr, dass man es dem mitleidigen Fremden im Theaterstück kaum verdenken kann, dass er auf die Schwindel-Story vom Hitzschlag hereinfällt. Schon eine Leistung, da halbwegs überzeugend: “Aber es scheint doch gar keine Sonne!” zu sagen, wie es Nestroys Textbuch will.

Es gibt noch viel zu tun bis zur Premiere am Samstagabend, 20.30 Uhr. Das betrifft weniger das Zusammenspiel oder den Text, da kann Regisseurin Isabel Rothe schon ganz zufrieden sein. Doch damit ist es ja nicht getan. Wo im Theater ein Vorhang fällt, arbeiten die Akteure hier auf offener Bühne und also gilt es logistische Präzisionsarbeit zu leisten: Wer trägt die Bänke weg, wer die beiden Putten (die sind nämlich gehörig schwer) und wer bringt Tische und Stühle für die Wirtshausszene auf die Bühne? Möglichst leicht und selbstverständlich muss das alles nachher aussehen.

Tut’s auch schon, aber nicht alles landete zur rechten Zeit am rechten (vorgezeichneten) Fleck. Man merkt den Akteuren zwar an, dass sie so eine Arbeit nicht zum ersten Mal machen. Aber bei fast 32 Grad im Schatten ist es kein Vergnügen, die Bühne zu bauen, dann nochmal alles wegzuräumen und erneut aufzubauen. Federgewichte sind weder Tische noch Stühle, obwohl das jeder anders sieht. Und dann die Reihenfolge: “Warten wir, bis die Bänke weg sind, bevor wir die Tische bringen?” Wichtiger erscheint Rothe, dass die Handwerker aus der Szene vorher erst mal ihren Abgang haben, bevor das große Räumen beginnt. Flink ist das Theaterteam: Der Umbau verbraucht nicht mal die Hälfte der notfalls dafür zur Verfügung stehenden Musikzeit.

Und weiter geht’s mit den Proben, nochmal den Übergang, einzelne Szenen und das Ganze und und… Morgen wird wieder geprobt, von nun an täglich bis zur Premiere. “Wenn es bei den Proben recht chaotisch ist, wird es bei der Premiere prima”, meint Pressesprecher Markus Haas, an eine alte Schauspielerregel erinnernd.