Wer hat Hausherr Marcel ermordet?

Theater im Steinbruch begeisterte mit Winterstück – zweimal ausverkauftes Haus

„8 Frauen“ ist eine französische Filmkomödie mit Krimi-, Melodram- und Musical-Elementen. Als literarische Vorlage diente das Theaterstück „8 femmes“ von Robert Thomas, das 1962 in Paris uraufgeführt wurde. Das „Theater im Steinbruch“ hat den Theaterklassiker für sein Winterstück ausgewählt. Am vergangenen Wochenende feierten Regisseur Gunter Hauß und die Darsteller in der Maja-Kulturbühne erfolgreiche Premiere. Beide Veranstaltungen waren restlos ausverkauft.

Die Story ist schnell erzählt: Eine verschneite, einsame Landvilla im Frankreich der 1950er-Jahre wird zum Schauplatz einer Tragödie. Acht Frauen, sechs weibliche Familienangehörige und zwei weibliche Hausangestellte, sind die handelnden Akteure. Im Mittelpunkt steht der tote Hausherr namens Marcel, der im Stück jedoch nicht zu sehen ist. Als Hausmädchen Louise (Simone Bockstahler) ihm das Frühstück ins Zimmer bringen will, und diesen im Bett mit einem Messer im Rücken auffindet, nehmen die Ereignisse ihren Lauf: Die Polizei kann nicht verständigt werden, denn die Frauen sind völlig von der Außenwelt abgeschnitten, das Telefonkabel ist durchtrennt, das Auto springt nicht an und die hohen Mauern und die gewaltigen Schneemassen machen ein Verlassen des Grundstückes einfach unmöglich. Als dann noch Pierette (Jasmin Baumgratz), die Schwester des Opfers, auf mysteriöse Weise im Landhaus eintrifft, ist die Aufklärung des Mordes bereits in vollem Gange.

„Wie steht’s eigentlich um Papas Geschäfte? Hat er Schwierigkeiten mit dem neuen Teilhaber der Fabrik?“, fragen sich die Töchter Susanne (Thea Weisser) und Catherine (Anja Futterer). Ist es ein Täter oder eine Täterin? Oder: Wer erbt das Vermögen des Hausherrn? Fragen über Fragen, die letztendlich in gegenseitige Anschuldigungen, Verdächtigungen, Zickereien und heftige Handgreiflichkeiten mündeten, denn allen war klar, dass die Mörderin unter den Anwesenden zu finden ist. Peu à peu kam die volle Wahrheit ans Licht. Tante Augustine (Christina Menner) meinte zu wissen, dass der tote Marcel mittellos ist. Ihre heimliche Liebe für den Mann ihrer Schwester Gaby (Beate Arnold) ist jedoch genauso ein handfestes Mordmotiv, wie Gabys Affäre mit Marcels Unternehmenspartner Jacques oder die Liason der Hausangestellten Louise mit ihrem Dienstherrn. Auch die Schwester des Toten ist verdächtig. Denn Pierette war ebenso mit Jacques liiert und im Testament ihres Bruders wird sie großzügig bedacht. Kurzum, zum Schluss waren alle in einem Boot, getreu der biblischen Maxime „Wer ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein“. Der inszenierte Mordanschlag auf Köchin Madame Chanel (Silvia Jessen), die Trunksucht von Großmutter Mamy (Gunda Turowski), der Schwächeanfall von Augustine, ein ominöser Brief und vieles mehr sorgen ebenso dafür, dass es dem Publikum nicht langweilig wird und das Rätselraten um die Mörderin kein Ende nimmt.

Wie es weitergeht? Das wird hier nicht verraten. Denn noch stehen zwei Vorstellungen aus. Am nächsten Freitag und Samstag geht’s in der Maja-Kulturbühne weiter.