Am Anfang war das Chaos

Bei den Proben wird noch mächtig gerödelt, doch schon jetzt lässt sich absehen: Die Komödie „Der Tag, an dem der Papst gekidnappt wurde“ des Theaters im Steinbruch wird ein Riesenspaß für die Zuschauer!

Noch sind die Proben ein bisschen chaotisch: Der Technik fehlt ein kleines, aber wichtiges Verbindungsstück, das Michael Kraus noch schnell holen muss, Simone Allweyer sucht verzweifelt die Einkäufe, die sie im Stück auspacken wird, und selbst eine Änderung mit den Schuhen muss besprochen werden. Doch wer das Vergnügen hatte, dem Team vom Theater im Steinbruch bei der Arbeit zuzuschauen, ist sicher: Es wird eine turbulente, witzige Aufführung!

Gespielt wird „Der Tag, an dem der Papst gekidnappt wurde“, eine Komödie von Joäo Bethencourt in Bearbeitung und unter der Regie von Gunter Hauß. Mit Argusaugen verfolgt er das Geschehen auf der Bühne, merkt kleine mögliche Änderungen an, die Assistentin Beate Arnold sorgsam vermerkt. Eigentlich spinnt ihm das Stück schon seit zweieinhalb Jahren im Kopf herum, erzählt er – seit er es gelesen hat. Denn dabei kamen ihm schon „50, 100 Ideen“ für die Umsetzung, am liebsten hätte er es gleich inszeniert. Dazu kommt, dass es sich zwar um eine turbulente Komödie mit Witz und viel Dynamik handelt, sich dahinter jedoch ein Plädoyer für Frieden und Menschlichkeit verbirgt. Denn der Kidnapper will kein Geld, sondern – aber das sei hier noch nicht verraten. Schließlich ist es ja auch kein gewöhnlicher Kidnapper, sondern ein jüdischer Taxifahrer – und in dessen temperamentvoller, etwas chaotischer Familie fühlt sich „Mr. Papst“ rasch wohl, während ihn ein Großaufgebot von Polizei und Armee eifrig sucht…

Die Leseproben haben im September begonnen, die Stellproben im Oktober, anfangs zweimal, seit Mitte November dreimal die Woche. Die Zeit braucht es auch, wegen der Weihnachtspause. Die ist für die Theaterspieler schon seit dem 30. Dezember ’rum, die Proben laufen auf Hochtouren. Eine Rolle, die der Leibowitz-Tochter Miriam, ist doppelt besetzt, weil Darstellerin Juliana Bachert früher als geplant ihr Australien-Schuljahr beginnen muss. So springt Regieassistentin Thea Weisser ein.

Viele scheinbare Kleinigkeiten werden abgearbeitet. Ein Bekannter brachte extra original amerikanische Chipstüten (allerdings leer) mit – Chio Chips sollen in New York natürlich nicht herumliegen! Auch das Bühnenbild ist inzwischen fertig, muss aber noch in die Festhalle des Zentrums für Psychiatrie gebracht werden, wo Aufführung und Proben stattfinden. Mit den Nachrichten aus der Technik klappt es zwar noch nicht immer ganz pünktlich – aber schließlich sind ja auch noch sechs Tage Zeit. Und die werden genutzt – Happy End nicht nur im Stück! Die Akteure jedenfalls haben ihre Rollen schon großartig drauf – unbedingt ansehen!