Von der Schwierigkeit, sich überzeugend einen Jux zu machen
Theater im Steinbruch führt das Nestroy-Stück „Einen Jux will er sich machen“ auf / Premiere ist am Samstag um 20.30 Uhr und die Proben laufen auf Hochtouren
„Einen Jux will er sich machen“ heißt das Nestroy-Stück, das das Theater im Steinbruch in diesem Jahr für die Großen aufführt. Doch zuerst ist harte Probenarbeit angesagt, Tag für Tag und immer nochmal, bitte….
So eine Szene hat es aber auch in sich. Da entdeckt laut Nestroy der gestrenge Vormund sein Mündel und dessen Begleiter – und zugleich etliche persönliche Komplikationen. Das ist klassisch, um mit Diener Melchior zu reden – und ungemein schwer darzustellen oder besser gesagt zu koordinieren. Regisseur Tom Lauer gehen winzige Teile zu lang, dann passen die Ausrufe und Bewegungen der verschiedenen Mimen nicht nahtlos aneinander – Lauer fordert immer wieder die Wiederholung: „Das wird jetzt gemacht, bis es sitzt!“
Was gibt es da nicht alles zu beachten: Wie verteilt man die Kleidungsstücke am besten auf dem Garderobenständer, damit der nicht im entscheidenden Moment umkippt? Den Mantel anziehen oder beim hastigen Aufbruch besser über den Arm werfen? Und, und… All das klingt nach Kleinigkeiten, aber mit solchen Details steht und fällt eine gelungene Aufführung. Und der Regisseur findet selbst die kleinste Unstimmigkeit. Zum düsteren Himmel schaut er lieber nicht.
Überhaupt, Regen? Wo gibt’s denn den, deswegen werden allenfalls die Kostüme geschont: „Lass dir nur Zeit, Mona ist noch nicht ganz nass…“ Dabei ist die Stimmung blendend auf Bühne und Rasen. Gescherzt wird am Rande eigentlich immer und die Zuhörer auf Zeit – Schauspieler, die gerade nicht im Einsatz sind – sparen nicht mit witzigen Kommentaren und guten Ratschlägen. Da kann schon ernsthaft die Frage diskutiert werden, ob zwei Leute schon „viele“ sein können, wenn man „schüchtern“ spielt. Oder wie man am besten mit der spanischen Wand umgeht, damit sie nicht umgeräumt werden muss. Die gemeinsam gefundene Lösung passt schließlich allen. Und alle packen mit an: „Wenn du schon deine Szene spielen willst, sorge auch für das Bühnenbild!“
Inzwischen prüft Lauer an allen Ecken des Theaters, wie seine Schützlinge zu verstehen sind: „Und nochmal bitte, ich geh‘ mal nach oben und will es da hören!“ Denn auch dort werden bei den Aufführungen Zuschauer sitzen, die die witzigen Dialoge nicht verpassen wollen. Wär‘ auch schade drum.