Der Lacherfolg ist fast schon programmiert

Die „Pension Schöller“ des Theaters im Steinbruch ist eine gelungene Komödie für alle, die so richtig herzhaft lachen wollen.

Wer so richtig herzhaft lachen möchte, der sollte sich die „Pension Schöller“ von Carl Laufs ansehen, die das Theater im Steinbruch aufführt. Denn die klassische Komödie ist nicht nur mit einer guten Portion Situationskomik gespickt, die Laienspieler bringen sie unter Regie von Jens Katzmarzik auch mit so viel Schwung und sichtlichem Vergnügen auf den Rasen, der ihnen die Welt bedeutet, dass der Lacherfolg schon fast programmiert ist.

Den liefert schon mal die Handlung: Wenn einer unbedingt ein Pflegeheim für Geisteskranke kennen lernen will und dafür auch noch mit dem Geldsack winkt, dann wird ihm halt geholfen – in diesem Fall mit einem Besuch in einer ganz normalen Pension mit leicht exzentrischen Gästen. Und damit ist das Chaos schon perfekt.

Mit einem Rieseneinsatz und gekonnter Mimik und Gestik ist Hans Bürkin der unternehmungslustig-stürmische Philipp Klapproth aus der Provinz; ein wenig denkt man an die Karikatur des erlebnishungrigen Amerikaners. Wenn er mit seinem Neffen (schön ängstlich-durchtrieben und aufs Wohlleben bedacht: Mathias Kohler) vor der Pension auftaucht, gleichen die beiden eher einem Diebespaar als Besuchern. Und dann ergreifen die „Insassen“ der Pension Schöller Besitz von den Gästen: Zuerst der weit gereiste Herr Bernhardy – ein rundum auf Weltenbummelei eingestellter Clemens Hohler, dem man sofort abnimmt, dass es ihn nirgends lange hält. Dass der zackige Major Angst und Schrecken verbreitet, lässt sich nach Jan Schmidts Auftritten nachfühlen. Kein Wunder, dass Klapproth immer wieder einfällt, dass man Verrückten ja stets zustimmen müsse – auch das sind Szenen, deren Mimik sehenswert ist.

So geht ihm denn auch die Phantasie durch, als ihn die Gartenlauben-Schriftstellerin Josephine aushorcht; Simone Bruder gibt sie leicht überdreht und doch so energisch, dass klar wird: Ihr entkommt keines ihrer zu befragenden Opfer!

Zusätzlich nervt der Poesie-besessene Eugen Rümpel (Gunter Hauß), mit herrlich steifem Schritt und der Unfähigkeit, das „l“ zu sprechen – die Hauß bis zu seiner überraschenden Heilung in der Tat durchhält! Tja, dann sieht er halt Theo Ningen ähnlich und nicht Theo Lingen….

Irgendwann tauchen all diese Leute im trauten Heim auf, das Klapproth mit seiner Schwester (eine überzeugend empört agierende Simone Allweyer) teilt. Köstlich etwa die Szene, in der er ihr klar zu machen versucht, was er für verrückte „Gäste“ hat. Und dann kreuzt, sehnlichst erwartet, „Direktor“ Schöller auf. Sehr stolz auf sein Haus, empört, als er mitbekommt, was da in seine Pension hineininterpretiert wird, und sehr aufs Geschäft bedacht: Clemens Allweyer hat die Lage bald wieder im Griff.

Daneben spielen noch ein paar Romanzen: Da wandelt der Neffe auf Freiersfüßen und die nette Friederike (Kathrin Holz) mag ihn auch. Nur die Mutter (Tanja Grahl als richtig eifrige Kupplerin) hatte eigentlich den Hern Klapproth Senior ausgeguckt… Ganz ohne äußeres Zutun finden sich der Löwenjäger und die Schriftstellerin, und so gibt’s bei aller Verwechslerei noch ein vergnügliches und zeitweise herrlich bombastisches Finale. Ein Tipp: Hingehen und ansehen!