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Gro├čartiges Konzert, gro├čartige Kulisse

The Clap begeistern mit ihrem Open Air-Abschlusskonzert im Theater im Steinbruch 900 Zuschauer.

Es war ein gro├čartiges Konzert vor einer gro├čartigen Kulisse und es ist eines der Highlights des Emmendinger Kulturkalenders. Es h├Ątte nur einen Tick lauter sein k├Ânnen. Rund 900 Besucher lie├čen sich am Samstagabend bei dem mehr als dreist├╝ndigen Konzert von The Clap mit Rock- und Pop-Covern aus den 70er und 80er Jahren im Theater im Steinbruch begeistern. Das Konzert bildet auch den Abschluss der Theatersaison des Freilichttheaters. So fanden sich nicht nur Dauerg├Ąste ein, die Jahr f├╝r Jahr zu diesem Live-Spektakel um Daniela Sauter (Gesang, Gitarre, Keyboard), Heiko Sauter (Gesang, Gitarre, Keyboard), Daniel Kreher (Bass), Andreas Vollherbst (Keyboard), Roland Micke (Schlagzeug) und Gastmusiker, Saxophonist Holger Rohn, pilgern, es kamen auch Neulinge. Deren Fazit: „Wir kommen n├Ąchstes Jahr wieder.“ Also einmal ist keinmal.

Dazu stimmt das Wetter und die Atmosph├Ąre vor der Kulisse, bei der j├╝ngst noch wilde Theater-Degengefechte ausgef├╝hrt wurden. Mit leisen Synthesizer-T├Ânen f├Ąngt das Konzert an. Unverkennbar die Eingangskl├Ąnge von „Shine on your crazy Diamond“ von Pink Floyd, die ihre erste musikalische Kostprobe abgeben. Dann folgt eine musikalische Totenehrung f├╝r Dolores OÔÇÖRiordan und Tom Petty. Mit „Learning to fly“ l├Ąsst sich zwar nicht das Fliegen lerne, daf├╝r gibt es bei „Zombie“ erstmals G├Ąnsehaut-Feeling. Hier zeigt Daniela Sauter mit ihrer hellen und markanten Stimme ihre gro├če Musikalit├Ąt und Ausdrucksweise. Das gilt erst recht f├╝r die sanfte arienhafte Rockballade „Sleeping Sun“ der finnischen Band Nightwish, bei der sich die letzten Sonnenstrahlen im Theater verlieren.

Das Geschwisterpaar Heiko und Daniela Sauter sucht und findet den Kontakt zum Publikum. Beim rhythmisch betontem „Mr. Blue Sky“ vom Electric Light Orchester klatscht das Publikum von alleine mit. Es ist Musik f├╝r gute Laune. The Clap zeigen auch, dass es einfach ist, komplizierte St├╝cke wie „Bohemian Rhapsody“ von Queen zu spielen. Die Lieder sitzen und sind aus einem Guss. Nicht fehlen durfte die ber├╝hmteste Ballade. Zuruf aus dem Publikum: „Von Heino?“ Es war dann Gott sei Dank doch „Stairway to Heaven“ von Led Zeppelin. Unterschiedliche musikalische Highlights wie „Papa was a RollinÔÇś Stone“ der Temptations, „Kiss“ von Prince oder „Blaue Augen“ von Ideal folgen, dann nochmal G├Ąnsehaut-Feeling pur, als Heiko Sauter „Carpet Crawl“ von Genesis singt und in die gro├čen Fu├čstapfen von Peter Gabriel tritt. Nach der Pause steht das Publikum direkt an der B├╝hne. Es ist dunkel geworden. Eine passende Atmosph├Ąre f├╝r „The Raven“ vom Alan Parsons Project.

Die 1990 gegr├╝ndete Formation The Clap hat sich eine gro├če und wachsende Fangemeinde erspielt und ein gro├čes Repertoire zugelegt, bei dem die Musiker locker und leicht aus dem Vollen sch├Âpfen: „Logical Song“ von Supertramp, „Jump“ von Van Halen, ├ťberraschendes wie „Kung Fu Fighting“ von Carl Douglas und „Billie Jean“ von Michael Jackson. Bei „Video kill the Radio Star“ von The Buggles singt das Publikum bereitwillig den Refrain mit. Mit „Sledgehammer“ von Peter Gabriel und einem Schlagzeugsolo von Roland Micke geht das Konzert dem Ende zu. Aber zwei Zugaben gehen noch, der Supertramp-Klassiker „School“ und „Ironic“ von Alanis Morisette und beim zweiten Paket nochmal Peter Gabriels „Solsbury Hill“. Und nochmals gro├čen Applaus.

Badische Zeitung, 10.09.2018