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„Eher fetzig und witzig als schaurig und schlimm“
BZ-INTERVIEW mit Clemens Allweyer, der Bram Stokers Gruselklassiker „Dracula“ als Theaterstück geschrieben hat
Dracula schreibt Dracula: Clemens Allweyer, seit 1989 Akteur und fünf Jahre lang Vorsitzender des „Theaters am Steinbruch“, außerdem Kulturpreisträger der Stadt, hat das Erwachsenenstück „Dracula“ nach dem Buch von Bram Stoker für das Theater geschrieben. Der 49-jährige spielt auch die Titelrolle. Sylvia-Karina Jahn sprach mit ihm.
BZ: Wie kam es dazu, dass Sie ein Theaterstück geschrieben haben?
Allweyer: Schon bei der Stückauswahl für 2007 haben wir gesagt, den Dracula wollen wir auch mal spielen. Später habe ich das Stück mal gelesen, aber es hat mich nicht vom Hocker gerissen. Und dann hab’ ich den Mund ein bisschen voll genommen und gesagt, da schreib’ ich euch was anderes, dann könnt ihr entscheiden. Beim Vorstand kam mein Stück gut an und auch die Regie hat es akzeptiert.
BZ: Und warum eine Gruselkomödie, warum den „Dracula“?
Allweyer: Es bietet sich an für ein Freilichttheater mit den verschiedenen Schauplätzen, mit dem Spiel in den Abend hinein. Gruseliges und Komödie zu mischen war ja gerade die Idee.
BZ: Wo liegt der Unterschied zum Original?
Allweyer: Im Buch tauchen Figuren auf und verschwinden wieder, ohne die Handlung voranzubringen. Ich wollte ein Beziehungsgeflecht und witzige Dialoge. Aber Dracula sollte Dracula bleiben, nicht zur Witzfigur werden. Meine Vorbilder sind Drehbücher von Billy Wilder, Ernst Lubitsch und Alfred Hitchcock.
BZ:Wo liegen die besonderen Probleme, wenn man ein Buch auf die Bühne bringen will?
Allweyer: Das Problem war bei diesem Stück, dass das Original nur düster ist, im ganzen Buch gibt es nur eine Pointe. So schaurig, schlimm und furchtbar wollte ich es nicht, sondern was Fetziges, Witziges, mit Anspielungen auf den English Way of Life.
BZ: Wie viel dichterische Freiheit gestehen Sie sich zu? Und wieweit sind Sie von Dracula-Filmen beeinflusst?
Allweyer: Die Filme habe ich mir überhaupt nicht angeguckt. Der Handlungsstrang folgt schon dem Buch, aber ich habe langweilige Personen heraus- und andere dazugenommen. Die Schauplätze sind wie in dem Buch, die Ereignisse und der Showdown im Schloss der Grafen Dracula finden so statt, aber die Umstände und Dialoge sind ganz anders.
BZ: Und es wird auch viel Musik geben?
Allweyer: Ja, im Prinzip ist es schon ein Musical. Die Akteure singen live! Michael Bach hat Musik komponiert und Lieder getextet, den Suffragetten-Song, das Duett zwischen Dracula und seinem Opfer, den Aufbruchssong nach Transsylvanien, den Blutsong der drei Vampir-Konkubinen des Grafen Dracula und einen Schlusssong, wenn sich alles in Wohlgefallen auflöst. Außerdem natürlich die Begleitmotive für die Umbauzeiten, wir wechseln ja von London nach Transsilvanien, von einer Kneipe in den Karpaten in Draculas Schloss.
BZ: Haben Sie Lieblingsszenen?
Allweyer: Die gibt’s natürlich, Gags und kleine Lieblingspointen wie das Familiengeheimnis der Lady Bedford oder die ungewöhnliche Wirkung eines Rotkreuz-Mitgliedsausweises. Oder herrlich groteske Szenen — und eine kleine Überraschung: Wir verraten, wer Jack the Ripper „wirklich“ war!
BZ: Sie haben nicht nur das Drehbuch geschrieben, Sie spielen auch selbst den Dracula. Was reizt Sie mehr: Das Schreiben oder das Spielen?
Allweyer: Beides! Allerdings gibt es beim Schreiben eher die Situation, wie komme ich mit der Szene weiter. Beim Spiel kommt man leichter darüber hinweg.
BZ: Wenn man das Stück selbst geschrieben hat — ist man da nicht in Versuchung, der Regie ins Handwerk zu pfuschen?
Allweyer: Ich war noch nicht versucht, das zu tun. Es geht erstaunlich gut, ich kann mich davon lösen und muss manchmal sogar nachschauen: ach, das war ja die Szene.
BZ: Haben Sie schon das nächste Stück in der Mache?
Allweyer: Eigentlich nicht. Meine Frau sagt immer, schreib’ doch mal was für Kinder, aber ich weiß nicht, ob ich das könnte. Beim Dracula war die Sprache durch die pointierte, schlagfertige und mit Spitzen gespickte Ausdrucksweise der englischen Oberschicht vorgegeben, damit konnte ich umgehen. Bei Kindern braucht man eine ganz andere Art von Humor. Aber ich könnte mir vorstellen, dass ich mal ein Stück über ein Emmendinger Thema schreibe, vielleicht etwas aus der Geschichte oder auch eine Posse.
Badische Zeitung, 07.06.2008
Graf Dracula und viele Vampire geben sich die Ehre
Die Probenarbeit im „Theater im Steinbruch“ läuft für die beiden Stücke auf Hochtouren / „Kleiner Vampir“ für die Kinder
Knappe drei Wochen vor den Premieren laufen die Proben für die Gruselkomödie „Dracula“ und das Kinderstück „Der Kleine Vampir“ in der heißen Phase. Das geht aus einer Pressemitteilung des Theaters im Steinbruch hervor.
„Pass auf Schätzchen, wenn eure Gänge sich kreuzen, sieht das nicht gut aus. Warte, bis Dr. Seward am Tisch sitzt und komm’ dann dazu.“ Regisseurin Isabel Rothe gibt präzise Anweisung für eine bereits mehrfach geprobte Szene aus „Dracula“, um dieser den letzten Schliff zu verleihen. Neben der Regie ist auch Michael Bach bei den Proben der Gesangsnummern mit von der Partie. „Du musst einen Tick höher einsteigen“ meint er zu einem der Akteure beim „Transsylvaniensong“, was dieser dann bei der nächsten Wiederholung prompt umsetzt.
Am Ende der Probe kann er mit der Gesangsleistung der Akteure zufrieden sein. Die von Michael Bach komponierten und getexteten Songs werden einer der Höhepunkte in der Vampirkomödie „Dracula“ sein. Die übrigens auch sprachlich besondere Anforderungen stellt: Damit Clemens Allweyer als Dracula die Zähne zeigen kann, braucht er nicht nur eine Menge Haftcreme, sondern auch viel Sorgfalt bei der Aussprache. Denn die Dinger lassen nicht nur das „S“ schwierig werden. Das Stück hat er im übrigen selbst nach dem Roman von Bram Stoker geschrieben.
Jan Schmidt, der Regisseur des Kinderstücks „Der Kleine Vampir“, hatte zwar eine fertige Vorlage, sieht sich aber vor die Aufgabe gestellt, nach den Pfingstferien zuvor Geprobtes bei den jungen Akteuren wieder aufzufrischen. Sonntag Nachmittag steht eine Durchlaufprobe für alle auf dem Programm. Über kleine „Texthänger“ hilft Regieassistentin Sarah Seng hinweg. Mit Eifer und Konzentration sind die Akteure bei der Sache.
Mit Spannung sehen die Verantwortlichen und Aktiven des Theaters im Steinbruch auch den Dreharbeiten eines Filmteams der ARD in dieser Woche entgegen. In der Sendung ARD-Buffet werden das Theater im Steinbruch und seine beiden Stücke in einer Sendung Anfang Juli vorgestellt werden. Der genaue Termin wird noch bekannt gegeben.
Badische Zeitung, 04.06.2008
Gefangen in Draculas Klauen
Doppelte Premiere: Das Theater im Steinbruch spielt den Dracula und Clemens Allweyer hat das Stück geschrieben
Der Aschenbecher von Isabel Rothe quillt schon über, als die Hauptprobe für das Abendstück „Dracula“ beginnt. „Es steht nichts im Wege, dass wir anfangen“, sagt die Regisseurin des Theaters im Steinbruch. „Wenn die ersten Akteure verkabelt sind, legen wir los.“ Und schon verwandeln schaurig-schöne Klänge von Michael Bach die Wiese vor der Steinwand in ein Dorf in Transsylvanien, dort, wo Graf Dracula sein Schloss hat.
Mikrofone gibt es freilich nur für die Gesangspartien, gesprochen wird weiterhin ohne elektronische Verstärkung. Allerdings versuchen die Darsteller, in den Proben ihre Stimmen etwas zu schonen, damit zur Premiere alle fit sind. Dragees mit Isländisch Moos sind Monika Wipflers Geheimtipp, Michael Bach, der die Musik zu den Theaterstücken gschrieben hat, rät zu Salbeibonbons. Beide brauchen nicht zu singen. Das ist ein Novum bei diesem Stück: Michael Bachs Musik fördert nicht nur die Dramaturgie und überbrückt die Umbauphasen, in denen die Schauspieler sich in Möbelpacker verwandeln. Diesmal wird live gesungen.
Es wird viel geflachst und gelacht bei den Proben — anders wäre es kaum möglich, jetzt, in der heißen Phase, jeden Abend auf der Bühne zu stehen. Außerdem fordert die Gruselkomödie förmlich dazu heraus. „Hab’ ich schon erwähnt, dass mein Kostüm ziemlich warm ist?“ fragt Gunter Hauß, der den Jonathan Harker spielt. „Meines auch“, seufzt seine Theatertante alias Ingrid Schuler. „Was wollt ihr, ihr seid in Transsylvanien, da hat’s 30 Grad minus!“ witzelt Bach.
Und eben ganz andere Sitten. „Was auf Tahiti der Blütenkranz ist, ist auf dem Balkan die Knoblauchkette“, stellt Hauß als phlegmatischer Engländer Harker fest. Wozu die Dinger dienen sollen, begreifen die Reisenden nicht. Wieso auch. Im heimatlichen London hat man andere Sorgen — oder? Am Samstag werden’s die Besucher bei der Uraufführung von Clemens Allweyers Stück erfahren.
Erstmals wird es eine Doppel-CD von diesem Stück geben, die in Michael Bachs Studio als Hörspiel produziert wurde. Dort ist die Mischung von Text und Ton schon gelungen, hier feilt Isabel Rothe noch an der — aufwändigen — Technik. Welches Licht signalisiert wessen Auftritt? Wann muss die Musik einsetzen, wann abbrechen? „Wir haben noch drei Tage“ , schmunzelt Hauß. In denen werden solche Probleme gelöst — wie immer.
Badische Zeitung, 19.06.2008
Graf Dracula gibt sich die Ehre
Das Theater im Steinbruch feierte einen Riesenerfolg mit der Gruselkomödie / Hohe Investitionen in das Spielgelände
Einen Riesenerfolg feierte das Theater im Steinbruch am Samstag mit der Premiere seines Abendstückes „Dracula“. Selbst auf der noch nicht ganz fertiggestellten Nebentribüne (der Verein hat in dieser Saison rund 100 000 Euro in Toiletten und Gelände gesteckt, wie Vorsitzender Hans-Joachim Wipfler erklärte — ohne öffentliche Mittel!) saßen Besucher und es gab häufig verdienten Zwischenapplaus für einzelne Gags. Statt Gruseln war Vergnügen angesagt.
Fast könnte man meinen, Clemens Allweyer, der das Stück frei nach dem Roman von Bram Stoker geschrieben hat, habe allen Darstellern ihre Rollen auf den Leib geschneidert. Auf jeden Fall ist sein Dracula optimal auf das Theater im Steinbruch abgestimmt. Das gilt ebenso für Michael Bachs Musik. Schön schaurig-dramatische Klänge hat er geschaffen, dazu flotte Songs mit Pfiff, die auch Laien bewältigen können.
Ein hintergründiger Humor und das Spiel mit witzigen Doppeldeutigkeiten kennzeichnen das ganze Stück. Etwa wenn der Graf in den Karpaten zu Tisch bittet und seinen Gästen erklärt, dass er nur flüssige Nahrung vertrage und es nicht immer so leicht sei, seinen besonderen Bedarf zu decken, oder er seine kalte Hand mit einer „vorübergehenden Blutarmut“ erklärt. Clemens Allweyer als eiskalter, leicht diabolischer Dracula bringt das mit leicht schnarrender Stimme akzentuiert ’rüber — eigentlich müssten seine Gäste Verdacht schöpfen, wenn sie ihn nur genau beobachten, seinen gierigen, ja schon fast saugenden Blick sehen könnten, wenn er ihnen die Mäntel abnimmt. Doch die durch und durch „englische“ Lady Bedford (Ingrid Schuler) und ihr flotter Neffe Jonathan (Gunter Hauß) riechen ebensowenig Lunte wie das Londoner Opfer Lucy, die Nicole Meier überzeugend naiv und aufs Vergnügen bedacht spielt. Ihr kann weder der tüchtige Hausarzt (Michael Schäfer) helfen noch der Spezialist Professor van Helsing, den Hans Bürkin sehr handfest gibt. Kein Wunder, dass Dracula da echte Zweifel an des Professors Jack-the-Ripper-Story zu wecken vermag, die der ganz unvermittelt auftischt. Verblüffend, aber das war ein Thema jener Zeit; die Geschichte verleiht dem Spezialisten menschliches Profil und bahnt den komödiantischen Teil zum Happy-End an. Draufgängerisch, fast übermütig brechen die Dracula-Geschädigten mit dem Transsylvanien-Song in die Karpaten auf, wohin der böse Graf Harkers Verlobte Mina Murray (patent: Miriam Meral) verschleppt hat. Mit Situationskomik, oft an der feinen englischen Art oder einer liebenswerten Tollpatschigkeit festgemacht, wird nicht gespart. Etwa wenn Harald Hornung als reichster und begehrtester Junggeselle Londons deutlich macht, dass er nicht mal zum Blut spenden taugt, dafür aber Draculas gefährlichen Gehilfen fast aus Versehen außer Gefecht setzt. Den seinem Meister tief ergebenen Renfield spielt Detlef Koraleski so, dass ihm wohl die wenigsten Besucher gern allein im einsamen Park begegnen würden!
Und das im zivilisierten London, wo eine Tasse Tee noch immer das Allheilmittel ist , Mrs Murray gegen eine Erkältung und für das Frauenwahlrecht kämpft. Grade singt Simone Allweyer noch kampfeslustig: „Wir werden euch was husten“ ins Mikrofon, dann bricht sie zusammen — nach einem Hustenanfall. Das gelungene Gegenstück ist Bettina Ferring, die als Krankenschwester Jane Mansfield jeden Mann mehr als nur anhimmelt.
Ein bisschen Ironie, eine Portion Augenzwinkern packt Regisseurin Isabel Rothe noch obendrauf. Da folgt auf das friedlich-süße Wiegenlied „Guten Abend, gute Nacht“ der gruselige Knalleffekt und umgekehrt beendet dieses Thema die Szene mit drei gierigen Vampirinnen (ein schön biestiges Trio: Alexandra Wipfler, Christina Menner und Beate Arnold). Am Ende stehen vier glückliche Paare und ein zu Recht strahlendes Theaterteam auf der Bühne. Ob das mit der Vampirbekämpfung aber so richtig geklappt hat& Davon sollte sich jeder überzeugen!
Badische Zeitung, 23.06.2008
Glanzvolle „Dracula“-Premiere im voll besetzten Theater im Steinbruch
Gruselkomödie fand den Geschmack des Publikums – gute Nerven vonnöten
Etwa 250 Besucher wollten am Samstagabend im Theater im Steinbruch bei herrlichem Sommerwetter die Premiere des Erwachsenenstückes „Dracula“ miterleben.
Das weltbekannte Stück von Bram Stoker wurde von Clemens Allweyer, der selbst die Rolle des Grafen Dracula spielt, für das Theater im Steinbruch als Gruselkomödie eingerichtet. Bereits beim Betreten des Theatergeländes wurden die Besucher auf das Stück eingestimmt. Im Theatergarten konnte mann Spinnweben, Spinnen, Fledermäuse, Särge und ein Piratenschiff erblicken. Dazu gab es als Begrüßungsschluck einen blutroten Sekt. Vor dem Stück ließ es sich Vorstand Hans-Joachim Wipfler nicht nehmen, sich bei allen Darstellern, Regisseurin Isabel Rothe sowie allen Helfern vor und hinter den Kulissen für das große Engagement zu bedanken. „Ihr seid einfach spitze!“, so Wipfler. Für die Neugestaltung des Theatergeländes seien etwa 100.000 Euro aufgewendet worden und das vollends „ohne öffentliche Mittel“.
Die Besucher, unter ihnen MdB Peter Weiß, Kulturamtsleiter Hans-Jörg Jenne sowie zahlreiche Stadträte, erlebten eine abwechslungsreiche und spannende Gruselkomödie voller Tempo und Spielwitz, mit rasanten Kulissenwechseln, vor Spielfreude strotzenden Darstellern, tollen Kostümen, witzigen Musikeinspielungen und einer professionellen Licht- und Tontechnik. Einziges „Haar in der Suppe“: die Frauenstimmen waren mitunter etwas zu leise. Mit langer schwarzer Perücke, blassem Vampirgesicht und herrlichem Karpaten-Dialekt überzeugte vor allem Hauptdarsteller Clemens Allweyer als „Graf Dracula“. Aber auch die anderen 15 Darsteller präsentierten sich als gute und textsichere Schauspieler. Beeindruckend vor allem die zahlreichen Gesangseinlagen der Darsteller, die vom Publikum mit tosendem Beifall bedacht wurden. Bis zum finalen „Happy End“ mussten die Besucher gute Nerven und vor allem fest trainierte Lachmuskeln mitbringen. Alles in allem eine überaus gelungene Premiere, die Lust auf mehr Freiluft-Theater machte. Die Darsteller wurden mit lang anhaltendem Applaus verabschiedet und Vorsitzender Hans-Joachim Wipfler dankte allen beteiligten Personen vor und hinter den Kulissen nochmals mit kleinen Präsenten und lobenden Worten.
Am kommenden Freitag und Samstag, 27. und 28. Juni (jeweils um 20.30 Uhr), wird die Gruselkomödie „Dracula“ erneut gespielt. WZO-Tipp: Unbedingt hingehen, es lohnt sich!!
Emmendinger Tor, 25.06.2008
Vampire bringen ein Besucher-Plus
Das Theater im Steinbruch ist mit der Saison sehr zufrieden
Die Bilanz der Freiluftaufführungen des Theaters im Steinbruch kann sich sehen lassen. 2700 Besucherinnen und Besucher kamen zu den 13 Aufführungen von „Dracula“, 3200 zu den 12 Aufführungen des Kinderstücks „Der kleine Vampir“. Damit, so Clemens Allweyer, Hauptdarsteller, Stückeschreiber und Vorstandsmitglied des Vereins, seien es insgesamt 650 Besucher mehr gewesen als im vergangenen Jahr. „Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Die Resonanz des Publikums war recht gut.“
Mit dazu beigetragen habe allerdings auch die Entwicklung des Wetters. Lediglich eine Aufführung von „Dracula“ musste ausfallen, alle anderen gingen ohne Abbruch über die Bühne, wenngleich das eine oder andere Mal gar schwere Gewitter vorhergesagt worden waren, die dann glücklicherweise ausblieben. Allweyer: „Im Vergleich zum vergangenen Jahr war das Wetter unterm Strich besser, wärmer, angenehmer.“ Noch keine klare Aussage könne jedoch zum finanziellen Ergebnis der Spielsaison getroffen werden, da genaue Zahlen noch nicht vorlägen. Dennoch wagt Allweyer die Prognose, dass der Finanzplan für 2009 abgesichert sei. Der sich abzeichnende Überschuss gebe Spielraum für neue Investitionen (bekanntlich hat der Verein alleine in diesem Jahr annähernd 100 000 Euro in eine neue Toiletten- und Kassenanlage gesteckt).
„Wir sind dran an der Suche nach neuen Stücken“, beantwortet Allweyer die Frage nach den Plänen für 2009. Es gebe zwar bereits Vorstellungen, doch die seien momentan „noch nicht spruchreif“. Ein Beirat der Spieler treffe eine Vorauswahl, die jedoch vom Vorstand abgesegnet werden müsse. Klar sei aber, dass es im Januar zum ersten Mal nach drei Aufführungen für Kinder (2003: Maschi-Maschine, 2005: Kikerikiste und 2006: Angstmän) erstmals im Januar 2009 ein Winterstück für Erwachsene geben werden. Dann wird im Festsaal des Zentrums für Psychiatrie in Emmendingen die Komödie „Der Tag, an dem der Papst gekidnappt wurde“ von Joao Bethencourt gespielt.
Was fiel sonst noch auf in der Saison 2008, die am 6. September, 20.30 Uhr, im Steinbruch (wie gewohnt) mit Musik der Gruppe The Clap ausklingen wird? Drei Dinge nennt Allweyer: Zunächst einmal „eine nette Begebenheit“. Bei einer der Vorstellungen von „Der kleine Vampir“ flatterten tatsächlich echte Fledermäuse über die Spielstätte. „Sie müssen sich heimisch gefühlt haben“, meint Allweyer. Etwas anderes sei vielleicht eher „müßig“, da es sich alljährlich wiederhole. Viele Zuschauer setzten auf gutes Wetter während der letzten Vorstellungen. Doch das bereite dann mitunter Probleme, alle Gäste unterzubringen.
Zur „Entzerrung“ wünscht sich Allweyer eine etwas gleichmäßigere Verteilung des Interesses auf alle Vorstellungen. Und schließlich hat er so etwas wie eine Entschuldigung parat: Da in diesem Jahr viel Musik drin gewesen sei, sei bestimmt „der eine oder andere Ton verrutscht“. Doch was von vornherein klar gewesen sei, sollte nicht zu eng betrachtet werden. Schließlich dürfe in ein schräges Stück auch ein schräger Ton hineingeraten.
Badische Zeitung, 08.08.2008