Presse
In Emmendingen überzeugt die Premiere von „Aufstand der Waldtiere“ im Theater im Steinbruch
Witzig, fantasievoll und kurzweilig – die Premiere für den „Aufstand der Waldtiere“ im Theater im Steinbruch Emmendingen hat Groß und Klein begeistert. Das Stück ist ein heißer Tipp für Familien.
Auf der Bühne geht es turbulent zu: Eine Straße soll gebaut werden, die Waldtiere wollen das nicht. Doch eitel Friede und Freude herrscht nicht unter ihnen: Bär (Janosch Hehr) und Fuchs (Emma Rotermund) streiten sich um Leckerbissen, Biber (Belinda Grafmüller) und Maulwurf (David Wipfler) liegen im Clinch, weil der Maulwurf dem Biber die Dämme ruiniert, der Frosch (Paula Hammermann) würde gern die Libelle (Larissa Grafmüller) verspeisen, die Grille (Yuki Di Frederico) will nur Musik machen und die Ameisen (Moritz Toth, Nanook Joswig, Sophia Knobloch, Marvin Thurau, Luisa Wipfler) haben eigentlich mehr als genug zu tun. Immer gut informiert ist das Publikum dank des Pill-Huhns (Laura Fexer): Nur zu gern erzählt es weiter, was es sieht und hört – und was ihm die anderen Waldtiere berichten. Beispielsweise die quirlige Vogelschar (Luis Nafroth, Marvin Thurau und Luisa Wipfler). Auch Igel (Alexander Schlepp) und Maus (Valentina Haas) mischen mit.
All diese Tiere bekommen in der gelungenen Inszenierung einen eigenen Charakter, den die jungen Darstellerinnen und Darsteller gekonnt und witzig herausarbeiten. Und dann gibt es die gute Waldfee (Pia Kesselring), die ihnen freundlich und bestimmt einen Weg zeigt. Ihr Credo: „Jeder ist des anderen Freund“, jeder hat ein Talent, das wichtig ist für den Widerstand. Ihre einzige Forderung: „Passt auf, dass keiner dabei zu Schaden kommt!“ Und wenn sich der Keiler (kampferprobt: Malea Anisi) nicht daran hält, kriegt er Hausarrest: Ärger für die Menschen ist okay, Gewalt nicht.
Es gibt ja so viele andere Möglichkeiten! Der gar nicht so ängstliche Hase (Alin Rombach) futtert den Bauarbeitern (Laila Smrka, Luisa Borgert) die Brote aus der Hand, der Schabock (Emilia Toth), ein Dieb im Wald, beklaut nun Menschen statt Tiere. Selbst die Bärenkinder (Alin Rombach, Alexander Schlepp) helfen, das Baustellen-Chaos komplett zu machen, und Adrian Herb als Räuber im Ruhestand schnappt sich Feuerzeug und Mückenspray, konfisziert Musikbox und Motorsäge. Der Maulwurf buddelt Löcher in die Erde, in denen Bagger und Bauarbeiter feststecken, der Biber flutet den Bauwagen, und dann kommt auch noch ein „Oberförster“ und kehrt den Beamten heraus, der in jeder Kleinigkeit einen Verstoß findet: Gefahr für die forstliche Sicherheit, klar!
Derweil haben sich die Tiere an der Cola der Bauarbeiter gütlich getan und eine Riesenparty gefeiert. Dann kommt die Polizei, nimmt sich die Bauarbeiter vor, weil deren Bauwagen kein Kennzeichen hat und die Reifen in schlechtem Zustand sind… Geholt hat sie der Boss (Frida Rotter), weil er seinen Mitarbeitern die Geschichte gar nicht glauben mag, bis er selbst im Wald Ärger bekommt. Auch zwei Jäger ruft er um Hilfe. All diese Funktionen verkörpern gekonnt Mira Rombach und Marla Seckinger, die am Ende als Reporterinnen den wendigen Bürgermeister in die Zange nehmen.
Die Bürgermeister-Rolle teilen sich die drei Regisseure Lorenz Allweyer, Pascal Jessen und Lukas Kadlec, der bei der Premiere darin glänzte: Stets bemüht, sich gut in Szene zu setzen, betont er eben noch die Bedeutung der Straße für die Wirtschaft – und knickt unter den Fragen der Reporterinnen ein: Das sei ja noch gar nicht beschlossen, es gebe Alternativen, die Baufirma sei vorgeprescht, der Bauwagen im Wald eine Umweltverschmutzung, er werde sie verklagen! Und die Bauarbeiter? Die stellt er ein, für das städtische Bauamt, da sei genug zu tun. Glaubt man ihm sofort!
Im Wald kehrt Friede ein, und die Bühne füllt sich mit all den vielen Helferinnen und Helfern vor und hinter den Kulissen. Der verdiente Schlussapplaus lässt die Tribüne vibrieren. Vorsitzende Silvia Gschwendtner würdigt die besondere Leistung des jungen Teams, das fantastisch spielt – und das in brütender Hitze. Viele Gäste haben sich mit Fächern ausgerüstet, sie tragen luftige Sandalen, die jungen Darstellerinnen und Darsteller dagegen feste Schnürschuhe und fantasievolle Kostüme – ein Ameisenkostüm etwa ist schwarz und eng. Daher gibt’s Kühlpads unter den Kostümen, die Mützen werden mit Wasser besprengt; und hinter der Bühne Ventilator und Getränke.
Badische Zeitung, 25.06.2026
„Halt! Das ist unser Wald!“
Kinderstück des Theaters im Steinbruch feierte am Sonntag eine eindrucksvolle Premiere
Zum Ende der 2010er-Jahre war die Klimaschutz-Bewegung in aller Munde. Nicht nur in der Gesellschaft, sondern auch in der Politik tat sich etwas. Dann kam Corona. Durch die Pandemie und die danach beginnenden Kriege geriet das Thema in den Hintergrund.
Und noch vielmehr als das. Autoritäre Staatschefs, die den Klimawandel leugnen, sind wieder salonfähig. Bei einer WM wird in vollklimatisierten Stadien gekickt. Und auch hier im Verbreitungsgebiet ist es wieder in, dass junge Menschen ins Flugzeug steigen, um sich auf Malle für drei Tage zu betrinken. Dabei vergegenwärtigt die Hitzewelle einmal mehr, wie wichtig es ist, dass etwas passiert. How do we sleep while our beds are burning?
Ein Zeichen diesbezüglich setzt das Theater im Steinbruch mit seinem diesjährigen Kinder- und Jugendstück „Aufstand der Waldtiere“. Darin wehren sich Bären, Füchse, Maulwürfe und viele weitere Bewohner des Waldes gegen den Bau einer Straße. Obwohl sie natürliche Feinde sind, schließen sie Frieden und tun sich zusammen. Angeführt von einer schlauen Waldfee (Pia Kesselring) schmieden sie einen Plan und wehren sich gegen die Mitarbeiter der zuständigen Baufirma.
Der Hase (Alin Rombach) sabotiert das Frühstück der Bauarbeiter, die Bärenkinder (Alin Rombach und Alexander Schlepp) bringen das Werkzeug durcheinander, der Maulwurf (David Wipfler) unterhöhlt den Bauwagen, der Biber (Belinda Grafmüller) setzt denselben unter Wasser und der als Oberförster verkleidete Bär (Janosch Hehr) erklärt die Baustelle wegen fehlender Genehmigungen für gesperrt.
Bei der nahezu ausverkauften Premiere am Sonntag erlebte das Publikum eine Inszenierung, die lange nachhallen dürfte. Die Regisseure Lorenz Allweyer, Lukas Kadlec und Pascal Jessen sowie das 30-köpfige Ensemble entfachten einerseits eine mitreißende Mischung aus Gewieftheit und Humor. Anderseits war die Solidarität unter den Waldtieren bis unters Tribünendach zu spüren. Szenen wie die Demo („Halt! Das ist unser Wald“)sorgten selbst bei 35 Grad für Gänsehaut. Und: den Schauspielern merkte man die Gluthitze nicht an. Was für eine Leistung!
Vor allem aber ist es gelungen, die Bedeutung des Klimaschutzes auf spielerisch-künstlerische Weise zu vermitteln. Als Tiere verkleidete Kinder und Jugendliche erklärten ihren Altersgenossen und deren erwachsenen Familienmitgliedern im Publikum, um was es in dieser Frage geht: das eigene Ego beiseitelegen, zusammenarbeiten, einen Plan aushecken und auch ein bisschen mutig und frech zu sein.
Emmendinger Tor, 24.06.2026
Waldbewohner trotzen der Tyrannei: Theater im Steinbruch zeigt „Robin Hood“ und „Aufstand der Waldtiere“
Mitte Juni startet im Theater im Steinbruch die Sommerspielzeit. Aufgeführt werden diesmal das Erwachsenenstück „Robin Hood“ sowie das Kinder- und Jugendstück „Aufstand der Waldtiere“. In beiden Inszenierungen wehren sich die Bewohner eines Waldes gegen Unterdrückung und Ungerechtigkeit.
Einen Vorgeschmack bietet der Tag der offenen Bühne am kommenden Sonntag, 7. Juni. Von 11.30 bis 17 Uhr gewähren die beiden Ensembles einen Einblick in ihre Probenarbeit. Die Erwachsenen entführen die Gäste in den Sherwood Forest, wo Robin Hood (Gunter Hauß) und Marian (Franziska Bosch) mit ihrer wilden Bande Gesetzloser gegen Ungerechtigkeit und Unterdrückung kämpfen. Das Besondere an der 180-minütigen Inszenierung sind die Texte. Sie wurden von Autor Claus Martin eigens für das Theater im Steinbruch geschrieben. Daher handelt bei dem Stück um eine echte Uraufführung.
Freuen darf sich das Publikum zudem wieder auf actionreiche Kampfszenen, mittelalterliche Tanzchoreografien und Gesangseinlagen, mit denen die Szenen elegant miteinander verbunden werden. Überhaupt herrscht diesmal viel Betrieb auf der Bühne. Gut 25 Schauspieler, darunter viele bekannte Gesichter des Theaters im Steinbruch, gehören diesmal zur Crew. Manche der Akteure schlüpfen während des Stückes in drei unterschiedliche Rollen. „Unsere Kostümabteilung musste diesmal mehr als 60 Outfits bereitstellen“, erklärte Jasmin Baumgratz, Schauspielerin und 2. Vorsitzende des Theatervereins, am Montag bei den Proben.
Ebenfalls interessant: für das Erwachsenenstück hat sich das Theater im Steinbruch einen Regisseur von außerhalb mit ins Boot geholt. Seit Januar leitet Marvin Polomski die Proben. Der 33-jährige Theatermacher aus Hornberg hatte außerdem den Kontakt zu Claus Martin hergestellt. Polomski ist „angetan vom schauspielerischen Niveau“ in Emmendingen. „Beim Theater im Steinbruch wird noch sehr viel Wert auf klassisches Sprechtheater gelegt“, sagte er am Rande der Proben. Mittlerweile gehe der Trend vieler Volksbühnen in Richtung populärem Musiktheater.
Zurück zum Tag der offenen Bühne. Am Sonntag präsentiert zudem das Kinder- und Jugendensemble einen Vorgeschmack auf sein Stück „Aufstand der Waldtiere“. Darin schließen sich die Tiere des Waldes zusammen, um ihre Heimat zu verteidigen. Mit viel Fantasie, Humor, Spannung und liebevoll gestalteten Figuren verspricht die Inszenierung beste Unterhaltung für die ganze Familie. Regie führen Lorenz Allweyer, Lukas Kadlec und Pascal Jessen.
Am Tag der offenen Tür erwartet die Gäste darüber hinaus ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm für Groß und Klein. Mitglieder des Theatervereins bieten regelmäßig Führungen über das Gelände an und geben spannende Einblicke in Bühnenbau, Kostümschneiderei, Maske sowie Licht- und Tontechnik. Dabei erfahren die Gäste mehr über die umfangreiche ehrenamtliche Arbeit hinter den Produktionen.
Ein besonderes Highlight ist in diesem Jahr das Bogenschießen passend zum Abendstück „Robin Hood“. Erwachsene und Kinder können dabei selbst ihr Geschick unter Beweis stellen und attraktive Preise gewinnen. Außerdem lässt eine actionreiche Bühnenkampf-Probe das Mittelalter inmitten des Steinbruchs aufleben. Auch für die jungen Gäste wird wieder einiges geboten. Beim Kinderschminken können sich die Kleinsten in fantasievolle Figuren verwandeln und Theaterluft schnuppern. Für das leibliche Wohl ist ebenfalls gesorgt. Der Eintritt am Sonntag ist kostenfrei.
Für die Premiere von „Robin Hood“ am 13. Juni um 19.30 Uhr sind noch Tickets auf den Nebentribünen erhältlich. Bis zum 8. August wird das Stück noch 15 weitere Male aufgeführt. Das Kinder- und Jugendstück „Aufstand der Waldtiere“ wird am 21. Juni um 16 Uhr erstmals aufgegührt. Danach gibt es bis zum 2. August insgesamt 13 weitere Vorstellungen. Tickets gibt es unter www.theater-im-steinbruch.de und bei den bekannten Vorverkaufsstellen.
Emmendinger Tor, 03.06.2026